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18plus im CVJM - Wir wollen mehr (Michael Götz)

aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen


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Inhaltsverzeichnis


Junge Erwachsene im CVJM: Wir wollen mehr!

Wir wollen nicht mehr ...

  • „nur“ in den Vereinen mitarbeiten.
  • „nur“ verantwortlich für die Kinder- und Jugendarbeit sein.

Bitte versteht uns nicht falsch. Sich zu engagieren ist okay. Aber als junge Erwachsene – übrigens: was heißt das überhaupt? - haben wir eine Menge zu bewältigen. Der Durchblick ist irgendwie verloren gegangen, auch wenn wir nach außen hin selbstbewusst auftreten, scheinbar alles ganz gut im Griff haben. Tausend Entscheidungen haben wir zu fällen unter hunderttausend Optionen in einem sich oft absurd erscheinendem Leben. Erwachsen sollen wir werden, sollen wir sein. Doch keiner weiß überhaupt mehr so richtig, wie das geht: „erwachsen-sein“?. Eine Menge Andeutungen, aber wenig Praktikables.

  • Bei unseren Eltern war das noch irgendwie klar: Beruf, Familiengründung, eigenen vier Wände und rumms standest du mit beiden Beinen im Leben. Doch heute wirkt das alles etwas konfuser. Jede Biographie hat den Charakter eines architektonischen Meisterwerkes. Und keines scheint dem anderen zu gleichen. Spannend aber kraftraubend. Und woher die Kraft nehmen?
  • Beruflich ist es vorbei, dass man irgendwann mal den Job des Lebens hat. Bei der technologischen und ökonomischen Entwicklung ist ständige Anpassung angesagt. Welche Ausbildung, welches Studium absolviere ich, sodass ich noch in ein paar Jahren gebraucht bin? Was setz ich noch oben drauf? Was lass ich sein? Bei 4,6 Millionen Arbeitslosen kursieren eine Menge Ängste.
  • Und erst Beziehungen, Partnerschaften ... – doch das lass ich jetzt sein, in allen Lebensbereichen irgendwie das selbe. Spannend aber saumässig kraftraubend.

Wir wollen mehr ...

  • als Menschen mit den unserer Lebensphase entsprechenden Problemen, Anforderungen, Ängste ... im CVJM wahrgenommen werden – eben nicht „nur“ als Mitarbeiter, die dazu da sind, die vielen Löcher in der Kinder- und Jugendarbeit des CVJMs zu stopfen.
  • Wegbegleiter, die glaubwürdig ebenfalls auf der Suche nach dem „Erwachsen-werden“ sind. Viele ziehen sich mit Mitte Zwanzig bis Mitte Dreissig aus dem CVJM zurück – häufig in ihr Privatleben und der seltsamen Ideologie, sie wären zu alt. Nein, gerade sie brauchen wir als Mentoren.
  • Tiefgang in unserem Glauben. Als Kinder und Teenager haben wir Verkündigungen zugehört, die auf unsere Lebensphase gemünzt waren. Heute verkünden wir diese an Kinder und Teenager weiter. Wo kommen aber unsere – der Lebensphase entsprechenden Themen – auf den Tisch? „Wie löse ich mich von meinen Eltern ab? Welchen Lebensstil steuere ich an? Was will ich in Zukunft jobmässig machen? Wie ausbilden? Wie weiterbilden? Wie gelingen tragfähige Beziehungen? Wo beziehe ich meine Werte her? Was sagt Gott dazu?“ Um es kurz zu sagen: Wir wollen nicht, dass unser Glaube an Christus sich zu einer netten Teenagererinnerung hinentwickelt, sondern zu einem festen Fundament für das ganze Leben wird.
  • dass für uns junge Erwachsene Kräfte, Zeit und Geld im CVJM freigesetzt werden. Daran hängt es letztendlich meistens. Lippenbekenntnisse für die Wichtigkeit einer guten Jungen-Erwachsenen-Arbeit gibt es genug. Doch häufig werden nur halbherzig Mitarbeiter für Aufgaben im Jungen-Erwachsenen-Alter freigestellt. Über Konzepte, junge Erwachsene neu zu erreichen, wird wenig nachgedacht – geschweige denn umgesetzt. CVJM gilt weithin als Kinder- und Jugendarbeit. Doch das ist zu einseitig. CVJM-Arbeit ist von jungen Erwachsenen für junge Erwachsene in London gegründet worden. Das darf nicht vergessen werden.

Michael Götz