Persönliche Werkzeuge


Als Abraham auszog um BWL zu studieren... (Florian Karcher)

aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen

EINE MENSCHLICHE GESCHICHTE FÜR JUNGE MENSCHEN AUF DER SUCHE NACH DEM WEG IN DIE ZUKUNFT


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„Geh fort aus deinem Land, verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde !“ (1.Mose 12,1)
Das ist schon ein starkes Stück, was Gott da von Abraham verlangt. Weg gehen, alles aufgeben, liebenswerte Menschen zurücklassen und das alles für ein Zukunft, die für ihn mehr als ungewiss war. Sicher herrschte in seinem Kopf Gedankenchaos: „Wo wird der Weg mich hinführen? Was wird mich erwarten? Wie werde ich überleben?“ Umso erstaunlicher ist die Reaktion Abrahams, wenn nur wenige Verse (Vers 4) weiter steht: „er gehorchte und machte sich auf den Weg...“

Zur Erklärung: Abraham hatte keinen festen Wohnsitz. Er und seine Vorfahren waren Nomaden, die in der Wüste umherzogen und sich immer wieder neue Lager suchten. Als nun Abraham seine „Heimat“ verließ, heißt das, dass er mit allem, was er hatte (und dazu gehörten damals eben auch Frau und Knechte), sich vom Rest der großen Familie, die man Sippe nennt, trennte und einen eigenen Weg ging.

Als Abraham auszog, war er 75 Jahre alt. Trotzdem war er kein alter Mann. Abraham wurde 175 Jahre alt, bis er starb und ein solches Alter war für seine Zeit (etwa vor 7000 Jahren) normal. Gemessen an dem, wie alt heute Menschen werden, entspricht Abraham vielleicht einem 19-jährigen. Abraham hätte also auch gerade sein Abi gemacht haben oder den Zivildienst oder die Zeit bei der Bundeswehr beendet haben können. Vielleicht stände er auch am Anfang oder am Ende einer Ausbildung.

Abraham stand vor einem ähnlichen Problem, wie Jugendliche und Junge Erwachsene heute es haben: Sie blicken auf eine noch sehr ungewisse Zukunft! Die neueste Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kommt zum gleichen Urteil. Hier steht: „Die Wahl für einen bestimmten Beruf und die entsprechende Suche nach einem Ausbildungsplatz bzw. –weg stellt Jugendliche heute vor erhebliche Probleme.“(Eltern-, Kinder- und Jugendbericht, 2002)

Dieser Zustand ist nicht gerade ermutigend. Es stehen viele Entscheidungen an: Was mache ich nach der Schule? Wo wird mich mein Leben als nächstes hinführen? Muss ich wirklich weg von Zuhause? Steige ich gleich in den Beruf ein oder mache ich erste noch ein FSJ oder ein Praktikum? – Fragen über Fragen!

Vielleicht können drei einfache Schritte helfen, die eigene Zukunft etwas zu durchschauen. Hier ein paar Tipps zum Weitergeben oder zum eigenen Gebrauch:


Klar werden, wozu du fähig bist !

Mach dir klar, wo deine Stärken und deine Begabungen liegen. Am besten machst du dir eine Liste, auf der du aufschreibst, zu was du fähig bist und was du kannst. Unterstreiche die fünf Fähigkeiten, die du für am stärksten hältst. (Tipp: Wenn dir das schwer fällt, bitte andere Menschen, die dich gut kennen, dir zu helfen.)


Klar werden, was du nicht willst !

Es hat keinen Sinn, Dinge zu tun, gegen die du dich innerlich sträubst. Also notiere dir auf eine andere Liste, alles das, was absolut nicht in Frage kommt (z.B. ins Ausland gehen o.ä.). Eng dich dabei aber nicht zu sehr ein und schließe nicht alles aus, was dir unbequem erscheint.


Klar werden, was gut für dich ist !

Überlege, was für dich jetzt gerade das beste ist (z.B. auf eigenen Füssen stehen, was praktisches machen) und was dich in deiner Persönlichkeitsentwicklung weiter bringt. Was siehst du dabei als Herausforderung und was als Risiko ? Stell dir diese Fragen und mach dir eine dritte Liste.


Klar werden !

Jetzt kannst du alle Möglichkeiten, die du für deine Zukunft hast, durchgehen und kontrollieren, ob sie zu dem passen, was du kannst, zu dem was du willst und zu dem, was gut für dich ist. Dabei wirst du merken, dass sich zeigt, welche der Möglichkeiten am besten zu dir passt.

Zurück zu Abraham: Vielleicht hat Abraham auch so einen Entscheidungsprozess durchgemacht, vielleicht wusste er auch einfach, was für ihn jetzt dran ist. Eines ist auf jeden Fall klar: Abraham hat bei seinen ungewissen Wegen in die Zukunft fest auf Gott vertraut. Er konnte mutig sein, weil er wusste, dass egal was er macht, Gott ihn nicht im Stich lassen würde. Wenn man sich das immer wieder bewusst macht, kann man viel optimistischer über die eigenen Zukunftsperspektiven nachdenken.

Deshalb: Klar werden, dass Gott mit mir in die Zukunft geht.