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Baustelle Leben (Ulrich Kirschmann)

aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen

Ein nachahmenswertes Alltagsprojekt mit jungen Erwachsenen. Eine Woche miteinander leben.

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Inhaltsverzeichnis



Baustelle Leben

Ein nachahmenswertes Alltagsprojekt mit jungen Erwachsenen

Erster Jugendgottesdienst nach den Sommerferien – wir verteilen die druckfrischen Winterfreizeitprospekte. Innerhalb von 30 Minuten ist dieses Angebot für junge Erwachsene ab 17 Jahren mit 31 Anmeldungen mehr als ausgebucht. Ich freue mich darüber und frage mich: Was macht die Faszination dieses Angebots aus? Wie kommt es, dass auch nach manchen Meinungsverschiedenheiten auf der letzten „Baustelle“, sich wieder so viele angemeldet haben? Ist es alleine die mehr als zehnjährige Tradition?

Was wir auf der „Baustelle“ wollen

Entstanden ist die „Baustelle Leben“ vor mehr als 10 Jahren, als Jugendkreise sich noch nahezu geschlossen auf Freizeiten angemeldet haben. Ein Nacharbeitsprojekt für die Sommerfreizeiten sollte es sein. So waren die Teilnehmenden eingeladen, gemeinsam mit ihren Jugendkreis-Mitarbeitern nochmals eine Woche gemeinsamen Lebens“ zu verbringen. Nachdem sich die Konstellation der Teilnehmenden unserer Freizeiten veränderte, entwickelte sich die „Baustelle“ immer mehr zu einem Angebot für junge Erwachsene. Und seitdem erfreut sich die „Baustelle Leben“ ungebrochener Beliebtheit. Eine Woche lang werden Glauben und Alltag miteinander geteilt. Unsere Erfahrung ist, dass es nur wenig Brücken aus der „Glaubenswelt Jugendarbeit“ in den normalen „Wahnsinn Alltag“ in Schule und Beruf gibt. Die „Baustelle Leben“ will an diesen Brücken zu bauen.

Äußere Rahmenbedingungen unsrer „Baustelle“

Ort: Freizeitheim innerhalb des Kirchenbezirks, an einem See gelegen. Wichtig ist ein Parkplatz für die Autos und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Termin: In der Regel in der zweitletzten Woche im November, zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag. Wir beginnen am Sonntag mit dem Abendessen und beenden die Woche am Samstagnachmittag nach der gemeinsamen Putzaktion. Teilnehmende: Junge Erwachsene, Mitarbeitende aus der Jugendarbeit sowie ihre Freunde. Ungefähr zwei Drittel der Teilnehmenden sind zwischen 18 und 22 Jahre alt, je zu einem Drittel SchülerInnen, Auszubildende oder Berufstätige. Das Spektrum der Teilnehmenden ist groß: von denjenigen, die bewusst ihren Glauben im Alltag leben wollen und dafür Zurüstung erwarten bis hin zu denen, die irgendwie mitgeschleppt wurden und dem ganzen mehr oder weniger kritisch gegenüber stehen - und dann im darauffolgenden Jahr doch wieder dabei sind. So war letztes Jahr ein Teilnehmer dabei, der bisher keinen Kontakt zur Jugendarbeit hatte, aber auf diese Art und Weise eine Wettschuld einlöste. Jetzt hat er sich wieder angemeldet. Team: Ein hauptamtlicher Jugendreferent ist für dieses Projekt verantwortlich und führt es gemeinsam mit einem Team von ca. 5 - 6 ehrenamtlich Mitarbeitenden durch. Zwei andere Jugendreferenten sind an einem Tag oder Abend mit einem inhaltlichen Angebot zu Gast. Dieser hohe Mitarbeiterschlüssel ist uns wichtig, da das Gespräch und das gemeinsame Erleben ein wichtiger Faktor dieser Woche ist.

Tagesablauf

Start in den Tag: Um 6 Uhr beginnen wir gemeinsam mit einem einfachen, leicht liturgischen Morgengebet - ohne Singen. Die Singbegeisterung hält sich um diese Uhrzeit noch in Grenzen. In der Regel führt ein Mini-Impuls auf das Thema des Tages hin, das am Abend intensiver behandelt wird. Meist gibt es eine kleine Aufgabe, einen Gegenstand o.ä., - etwas, das auch den Tag über zum Nachdenken anregen soll. Tagsüber: Nach dem Frühstück leert sich das Haus, so dass die meisten gegen 8 Uhr in der Schule oder bei der Arbeit sind. Die ersten kommen gegen Mittag „heim“ und kochen gemeinsam das Mittagessen. Oft sind noch Reste vom warmen Abendessen des Vortages da. Der Nachmittag wird individuell gestaltet. Abend: Das Abendessen ist der nächste gemeinsame Punkt, an dem sich alle treffen und die Neuigkeiten des Tages austauschen. Um 20 Uhr geht es dann im Plenum weiter. Hier gibt es nach einigen Liedern einen thematischen Impuls von ca. 15 Minuten. Anschließend trifft man sich für 45 - 60 Minuten in festen Kleingruppen (ca. 5 - 7 Personen) um zum einen über den Tag zu reden und zum anderen anhand von Impulsfragen das Thema zu vertiefen. Zum Abschluss gibt es nochmals eine kleine Plenumrunde, in der offene Fragen geklärt werden und der Tag gemeinsam abgeschlossen wird. Während die einen anschließend ins Bett gehen (Frühaufsteher), sitzen die anderen bis spät in die Nacht zusammen zum Spielen oder einem gemütlichen „Schwätz“... Der letzte macht das Licht aus.

Abschlusstag: Am Abschlusstag gibt es bis 11 Uhr Brunch. Anschließend laden wir zu einer persönlichen Reflektion der Woche anhand eines Parcours ein, bei dem nochmals alle angesprochenen Themen auftauchen. Wichtig ist uns dabei, dass die Gelegenheit besteht, an irgendeinem Punkt Erkanntes umzusetzen bzw. festzumachen, z.B. in Form eines Briefes an sich selbst. Abgeschlossen wird diese Einheit dann mit einer Sing&Pray-Runde mit Abendmahlsfeier und Segenswort.

Themen der letzten Jahre

Im Mitarbeiterteam wird jeweils das Thema festgelegt, das sich sowohl an den Ressourcen des Teams als auch an den Teilnehmenden orientiert. Themen der letzten Jahre waren:

  • Was würde Jesus tun?
  • Vaterunser - Das ganze Leben
  • Meine Zeit steht in deinen Händen
  • Leben mit Nach-Folgen

Erfahrungen / Fragen, die uns derzeit beschäftigen:

  • Die „Baustelle“ scheint ein Selbstläufer zu sein. Vielleicht ist es die Mischung aus geistlichem Angebot, gemeinsamer Alltags- und Freizeitgestaltung und einem Geist der Freiheit und Annahme?
  • Die Tendenz scheint zuzunehmen, dass die geistlich-inhaltlichen Angebote zwar mitgenommen werden, aber der Wunsch, Glaube und Alltag zusammenzubringen, immer weniger wird. Hier versuchen wir, in diesem Jahr mit teilweise anderen Methoden diesen Gedanken wieder mehr in Vordergrund zu rücken.
  • Als weitere Tendenz zeigt sich, dass immer mehr Teilnehmende sich für diese Woche ganz oder teilweise Urlaub nehmen und somit der Charakter „Glaube im Alltag“ verloren geht. Dies führt teilweise zu Spannungen zwischen denen, die abends müde sind und schlafen wollen und denen, die bis spät in die Nacht feiern. Gleichzeitig ist dies natürlich auch ein Bewährungsfeld, Konflikte auszutragen und gegenseitige Rücksichtnahme und soziales Verhalten einzuüben. Für die „Urlauber“ werden wir dieses Jahr auch Arbeitseinsätze in unserem Freizeitheim und Lager anbieten.

Weitere Informationen, Programmraster der letzen Jahre oder ähnliches gibt es beim Evangelischen Jugendwerk Weinsberg, Tel. 07130-6845 oder kontakt@ejweinsberg.de.

Ulrich Kirschmann, Bezirksjugendreferent im Evang. Bezirksjugendwerk Weinsberg, Weinsberg ulrich.kirschmann@ejweinsberg.de


BAUSTELLE LEBEN – das heißt:

B eruf, Schule und Studium können weiterlaufen

A lltag miteinander teilen

U ngereimtheiten, Zweifel und Fragen sind willkommen

S ichtweisen anderer kennenlernen

T agesbeginn mit allen gemeinsam

E rfahrungen mit Gott machen

L ockere Stimmung, tiefgründige Gespräche

L achen, beten, spielen, singen, kochen, diskutieren....

E in Team, das Leben und Glauben mit dir teilen will

BAUSTELLE LEBEN - eine ganz besondere Woche wartet auf dich!