Persönliche Werkzeuge


CUT - Kino einmal anders (Michael Götz)

aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen

CUT-Eine geniale Idee, sowohl alte als auch neue Filme, zu nutzen um Jungen Menschen das Wort Gottes zu verkündigen.


Lizenzbestimmungen: Alle Rechte vorbehalten.



Inhaltsverzeichnis


CUT – THE STORY – das Vorwort?

Sagt nicht nur, wir wollen junge Erwachsene erreichen, sondern tut es!

Junge Erwachsene stehen in langen Schlangen vor den Kinokassen. Nachts sind es zumeist die „Twenty something“, die bewaffnet mit Popcorns und Tortillas die langen Reihen gemütlicher Sessel füllen. Ohne Unterschied des Bildungsstandes und der sozialen Zugehörigkeit fluten sie in die Multiplex-Kathedralen, mit deren Hilfe nach dem 80er-Videorekorder-Besucherzahlenknick dem Kino in den 90ern neues Leben eingehaucht wurde. Gefesselt von den Geschichten auf riesigen Leinwänden, die im Kino erzählt werden, lachen, weinen, bibbern, leiden, leben die Kinobesucher mit den Menschen im Film mit.

„Die Menschen haben das Kino geschaffen, um sich in einem von Konsequenzen befreiten Rahmen ein Bild von diesem schwer fassbaren Unternehmen namens Leben zu machen. Der Film ist ein Spiegel der menschlichen Seele. Mal führt er – wie auch die bildende Kunst – Zusammenhänge anschaulich vor Augen, von denen wir uns üblicherweise keine Vorstellung machen. Mal setzt er die Grundthemen des Lebens in Wirkungsfolgen um, an denen die Zuschauer dessen unbewusstes Getriebe unmittelbar erfahren.“ (Blothner 2, S.9).

Besonders junge Erwachsene – selbst in einer entscheidenden Experimentierphase des Lebens – fühlen sich durch die unterschiedlichsten Milieus, Szenen, Handlungs- und Lösungsmuster in ihrer Lebenswirklichkeit angesprochen. Die Filme bieten im Gegensatz zu einem immer unübersichtlich werdenden Leben, in welchem die Gefahr besteht sich selbst zu verlieren, einen roten Faden, eine Bestimmung, eine Geschichte mit Anfang und Ende, mit einem Ziel. Im Film wird ein Blick auf das unbewusste Drehbuch des Lebens geworfen, welches viele junge Erwachsenen in ihrem Leben manchmal mehr, manchmal weniger verzweifelt suchen. Das Kino eröffnet somit als eine eigene Kunstgattung Welten, „die unaufdringlich Antworten geben auf die großen Fragen des Lebens. Das Kino ist eine Stätte der Unterhaltung. Das ist richtig. Aber die guten Filme beziehen sich auf die Alltagserfahrungen ihrer Besucher, die Sehnsüchte und Schwierigkeiten, die die Menschen betrüben und beglücken.“ (Blothner 1, S.9)

Und genau hier wollen wir im CUT-Projekt ansetzen. Selbst angerührt von den Geschichten und Themen des Kinos, wollen wir mit den „Twenty something“ ins Gespräch kommen. Wichtig dabei ist: „Um Kinofilme für das Leben zu nutzen, bedarf es sowohl einer Bereitschaft zum Staunen und zur Hingabe, als auch eines scharfen analytischen Blicks.“ (Blothner 2; S.218) Und genau dies wollen wir mit CUT immer wieder probieren. Dem Film, dem Leben und der eigenen Geschichte auf die Spur kommen. Die Geschichte, das Leben selbst, verstehen wir als Christen natürlicherweise immer von Gott gegeben. Gott selbst ist der rote Faden, bekennen wir. Gott selbst hat seine Geschichte mit unserer in Jesus Christus auf das Engste miteinander verbunden. Doch auch und gerade hier sind wir immer neu auf der Suche, was dies dann wohl in der jeweiligen Lebenssituation bedeutet.

Und genau dies ist der Treffpunkt, an welchem wir uns im Gespräch begegnen wollen. Beide auf der Suche. Beide am Fragen. Beide am experimentieren. Wir als Veranstalter, sie als Besucher – gemeinsam als ebenbürtige Gesprächspartner. Gemeinsam mit dem festen Ziel, sich gegenseitig mit den Einsichten ins Leben ernst zu nehmen. Und mitten in diesem Gespräch wollen wir dann nicht verschweigen, dass es neben dem Suchen nach dem roten Faden im Leben ein „Gefunden-Sein“ in Gott gibt. „Einen Frieden, der höher ist als all unsere Vernunft, der unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus bewahrt.“ (Phil 4,7)

  • Einen Frieden, der nicht als platte und floskelhafte Antwort auf alle Fragen des Lebens taugt, aber als Grundlage für eine in Christus begründete Hoffnung.
  • Einen Frieden, den wir nicht haben, sondern der sich mitten im abenteuerliches Suchen und Orientieren im Leben immer wieder als tragende Bestimmung erweist.
  • Einen Frieden, der das Leben einerseits in seiner Brüchigkeit und andererseits in seiner Märchenhaftigkeit kennt und ernst nimmt.
  • Einen Frieden, der nicht exklusiv irgendwelchen Spezialisten gilt, sondern für den Jesus Christus am Kreuz für alle Menschen gestorben ist.
  • Einen Frieden, der dem geheimen Drehbuch des Lebens ein Happy End, gegründet in der Auferstehung Jesu, durch alle Krisen des Lebens hindurch verheißt.
Und so und nicht anders wollen wir junge Erwachsene erreichen.
Und wir wollen es nicht nur wollen.
Und wir wollen es auch nicht nur sagen.
Sondern wir wollen es tun.


Und jetzt noch ein Dank an Arnold Schwarzenegger!

Danke Arnold – mit dem Terminator fing nämlich alles an! Im CVJM Landesverband Bayern e.V. zündete die Idee für „CUT – Kino einmal anders“ auf einem 18plus-Seminar im November 2002. Aus dem EJW Reutlingen Württemberg hatten wir uns auf die Burg Wernfels den Jugendreferenten Martin Burger eingeladen, der uns mit seinen Filmprojekten infizierte. Am Beispiel vom Terminator führte Martin uns vor Augen, wie tief in jedem Film Lebensthemen stecken, die die Seele berühren und wie es sich lohnt über diese dann miteinander zu reden. Begeistert von der Möglichkeit über Filme mit jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen, machten wir mit einem kleinen Team Nägel mit Köpfen.

Im Mai 2003 versuchten wir uns an „Matrix“ auf dem 100-jährigen Jubiläum des CVJM Landesverbandes in Nürnberg. An dieser „Generalprobe“ lernten wir viel für das gesamte Projekt.

Auf dem 18plus-Seminar 2003 probierten wir uns dann an „Signs“, schulten nochmals viele Mitarbeiter für die kommenden 22 CUT-Abende an 6 Orten: Ebermannstadt, Ebern, Kulmbach, Memmingen, Münchberg und Speichersdorf.

„Sagt nicht nur, wir wollen junge Erwachsene erreichen, sondern tut es!“ Und so war es dann auch. Sechs bayerische CVJMs stürzten sich mutig in das Pilotprojekt „CUT-Kino – einmal anders“. Und die jungen Erwachsenen kamen. An 22 Kinoabenden von November 2003 bis Januar 2004 waren mit steigender Tendenz durchschnittlich 50 junge Erwachsene pro Veranstaltung da, d.h. insgesamt ca. 1100 Besucher.

Hier ein paar Pressestimmen:

„Anderes Kino kam gut an.“ (Münchberg, 26.11.2003)

„Thriller gibt Denkanstöße. Lebensfragen: Junge Leute diskutieren beim CVJM-Filmabend. Was haben Bruce Willis und der Science-Fiction-Thriller „Das fünfte Element“ mit dem christlichen Glauben zu tun? Wer sich auf das Projekt „CUT“ des CVJM einließ, konnte viel über den unmittelbaren Zusammenhang erfahren.“ (Nordbayerischer Kurier, 2.2.2004)

„Das Ziel dieser Kinoabende war nicht nur, Filme zu konsumieren, sondern genau hinzuschauen und sich der inhaltlichen Herausforderung zu stellen.“ (Fränkischer Tag, 4.12.2003)


Das Fazit bei allen beteiligten CVJMs war: CUT hat viel Arbeit gemacht. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Und: ES SOLL WEITERGEHEN!

So läuft nun mit dieser Arbeitshilfe die zweite Staffel an!


SHORT CUT – die Kurzbeschreibung

Was wollen wir mit dem Projekt?

  1. Wir wollen mit kirchen- und CVJM-distanzierten jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren ins Gespräch kommen und dabei an Lebensthemen anknüpfen, die in Kinofilmen angesprochen werden.
  2. Wir wollen an diesem Abend zuhören, was junge Erwachsene bewegt und nach welchen Grundmustern/ Philosophien sie ihr Leben gestalten.
  3. Wir wollen selbstkritisch und ohne Angst besetzt darüber diskutieren, was es konkret heißt „zu glauben“ in bezug auf die in den Filmen angesprochenen Lebensthemen („Kino als Spiegel der menschlichen Seele“)
  4. Wir wollen im Gespräch bezeugen und einladen, wie es gelingt in der Hingabe an Gott sich nicht zu verlieren, sondern zu finden.

Was passiert an so einem Abend?

  1. In einem Raum mit Kneipenatmosphäre (je kultiger desto besser) werden Theke, Bistrotische, Technik und Leinwand aufgebaut. Mit Live-Musik wird die Kneipenatmosphäre unterstützt.
  2. Durch die Methode des „geleiteten Sehens“ führen wir pro Abend durch einen bekannten und populären Film. D.h. es gibt eine Einleitung in den Film und zwei bis drei Cuts mit kurzen Inputs zu dem Film. Nach dem Film wird mit einem Interview mit einem Christen, der authentisch aus seinem Leben heraus auf die Fragen des Films seine Antworten gab, eine Überleitung zu den Gesprächen an den Tischen geschaffen.
  3. Der Abend klingt dann in Kneipenatmosphäre mit den Gesprächen und der Live-Musik aus.

Warum mit mehreren Vereinen zusammen?

  1. Eine gemeinsame Planung erspart viele Einzelüberlegungen in den Vereinen. Das Projekt gewinnt an Qualität, da gemeinsam einzelne sehr arbeitsaufwendige Vorgänge in Teamwork besser und kostengünstiger bewältigt werden können (z.B. „Exegese des Films“, graphische Gestaltung der Werbung, Live-Musiker finden, technisches Equipement, Filmausleih etc.). Eine zentrale Anleitung durch einen Landessekretär hilft hierbei ebenso.
  2. Durch eine gemeinsame Aktion entsteht eine größere Motivation.
  3. Die öffentliche Bedeutung wird größer, wenn an mehreren Orten das Projekt stattfindet.
  4. Das unter den Mitarbeitern entstehende Beziehungsnetz ist ein guter „Nebeneffekt“ und die Basis für weitere gemeinsame Projekte.

Was kommt auf den Verein zu?

  • Finanzen: Ca. 50 bis 200 Euro pro CUT-Abend – der Rest des Geldes wird über Zuschüsse, Spenden an den Abenden, Werbung und den Einnahmen des Bistros erwirtschaftet.
  • Für das Leitungsteam benötigt es zwei bis drei Mitarbeiter (Begabungen: Organisation, nahe an der Lebenswelt der Jungen Erwachsenen dran, missionarisches Anliegen), die möglichst von anderen Aufgaben in dieser Zeit entbunden werden
  • Je nach Größe der Veranstaltung 2 bis 5 Mitarbeiter im Service-Bereich (Essen und Trinken); 2 Werbung, 2 Techniker; 2 Dekorateure, 5 bis 15 Mitarbeiter als Gesprächspartner, d.h. zwischen 13 und 27 Mitarbeitern für die der Arbeitsaufwand sehr überschaubar ist.

Wie sieht die Projektplanung aus?

  • Grundüberlegungen und -entscheidungen am Ort – Mitarbeiter, Kräfte, Zielgruppe, … – Entwicklung der Idee und des Konzeptes
  • Bis September 2004 - Entscheidung für welche Filme und Live-Musik
  • CUT-Schulung für die jeweiligen Hauptverantwortlichen und erwünschenswert für möglichst viele Mitarbeiter
  • CUT-Projekt: jeder Ort legt seine CUT-Termine selbst fest. Zu empfehlen sind mind. drei Abende im Jahr, am besten vier bis sechs. Am besten geeignet scheinen die Samstage zu sein.
  • Die Nacharbeit läuft über Kinotreffs (monatliches gemeinsames Kinogehen mit Nachgespräch) und über die Einladung zu Vereinsveranstaltungen für junge Erwachsene, sowie zu überrregionalen Freizeiten, Großveranstaltungen und Seminare.
  • Auswertung und weitere Planungen müssen zeitnah laufen.


Die Ziele - was wollen wir mit CUT?

Wir wollen mit kirchen- und CVJM-distanzierten jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren ins Gespräch kommen und dabei an Lebensthemen anknüpfen, die in Kinofilmen angesprochen werden.

Jemanden in ein Kino einzuladen ist einfacher, als in einen Hauskreis oder zu einer Evangelisation.

Einfacher für den Einladenden, da er seine Bekannten und Freunde in eine Veranstaltung einladen kann, die den anderen nicht mit dem Evangelium überfällt, sondern ihn erst selbst fragt, wie er das Leben sieht, um dann miteinander ins Gespräch zu kommen.

Und einfacher für den Einzuladenden, für den das Kino ein bekanntes Terrain und Filme alles andere als ein fremdes Medium sind – im Unterschied z.B. zu einem Hauskreis. CUT ist als ein „Korridor in den CVJM“ zu verstehen, der Menschen einlädt, sich mit dem eigenen Leben und damit auch mit Gott auseinanderzusetzen. Von daher wird bei CUT oft auch von „vorevangelistisch“ gesprochen, da hier die Einladung zum Glauben nicht gezielt ausgesprochen wird, sondern maximal dort, wo es sich im Gespräch bzw. im zeugnishaften Interview ergibt.

Vom „Korridor“ CUT aus eröffnet sich dann die Option, Interessierte in die „Räume des CVJM“ einzuladen, was dann leichter fällt, wenn die Schwelle des CVJM schon einmal überwunden wurde.


Wir wollen an diesem Abend zuhören, was junge Erwachsene bewegt und nach welchen Grundmustern/ Philosophien sie ihr Leben gestalten.

Kinofilme eröffnen – sicher im Sessel zurückgelehnt – „in sich geordnete und geschlossene Welten, die unaufdringlich Antworten geben auf die großen Fragen des Lebens. Das Kino ist eine Stätte der Unterhaltung. Das ist richtig. Aber die guten Filme beziehen sich auf die Alltagserfahrungen ihrer Besucher, die Sehnsüchte und Schwierigkeiten, die die Menschen betrüben und beglücken.“ (Blothner, Erlebniswelt, S.10)

Und genau hier wollen wir zuhören, das „Recht gewinnen gehört zu werden“, uns auf den Gegenüber einlassen und ihn lernen zu verstehen. Motiviert durch die Achtung des Anderen wollen wir seine Einsichten ins Leben ernst nehmen (… und selbst wenn es ein Satanist oder Rechtsradikaler ist). So ernst, wie wir selbst ernst genommen werden wollen. Wir wollen verstehen lernen, was junge Erwachsene glauben, wo ihre Fragen liegen, wo sie Antworten haben, wo sie evtl. welche suchen, wie sie wer geworden sind und wohin sie wollen.

Mehr noch: wir bringen die Bereitschaft mit, vom anderen lernen zu wollen. Wer weiß, was Jesus uns durch Menschen, die er uns über den Weg schickt, alles sagen will! Praktisch heißt dies vor allen Dingen: fragen, fragen, fragen – nicht neugierig, aber ehrlich interessiert.


Wir wollen selbstkritisch und ohne Angst besetzt darüber diskutieren, was es konkret heißt „zu glauben“ in Bezug auf die in den Filmen angesprochenen Lebensthemen („Kino als Spiegel der menschlichen Seele“).

Wenn ich das „Recht gewonnen habe, gehört zu werden“, ist auch meine Meinung gefragt. Absolute Maxime ist hier die Authenzität. In einer Diskussion will keiner hören, was die Kirche vor 1000 Jahren dogmatisch festgehalten hat, sondern die Frage ist, was ich meine, wo ich am fragen bin, wo ich evtl. schon Antworten gefunden habe. D.h. es wird kein Gesprächspartner in Form eines Dr.Sommers gesucht, der alle Fragen lückenlos beantworten kann, sondern eine Person, die ehrlich sagt, wie es ihr im Leben geht. Dies setzt vor allen Dingen eine selbstkritische Auseinandersetzung mit mir selbst voraus. Mit dem, was ich lebe und glaube.


Wir wollen im Gespräch bezeugen und einladen, wie es gelingt in der Hingabe an Gott sich nicht zu verlieren, sondern zu finden. Wichtig ist hier, die Filme nicht zu simpel für die eigene Botschaft zu „verzwecken“ und trotzdem in den Aussagen über den christlichen Glauben eindeutig zu werden.

So wie Jesus Bilder und Gleichnisse aus der bäuerlich-ländlichen Kultur seiner Zeit als Vergleichs- und Anknüpfungspunkte für seine Verkündigung gebraucht hat, so wollen wir die Filme betrachten und untersuchen auf ihre Vergleichs- und Anknüpfungspunkte. Welche Lebensthemen kommen vor und wie können wir sie in Beziehung mit biblischen Aussagen setzen? Wer hat hier wo und wann schon mal etwas biographisch erlebt und könnte als Interviewgast davon erzählen? Wo haben wir alle Mitarbeiter schon mit diesem Thema Erfahrungen gemacht? Welche Rolle spielt hier unser Glauben? Genau hier ist eine gute Vorbereitung notwendig, eine eigene gründliche Auseinandersetzung mit den gewählten Lebensthemen.


Durch CUT wollen wir den CVJM als Ort bekannt machen, wo junge Erwachsene in ihrer Lebenswelt ernst genommen und willkommen sind.

Dem CVJM eilt der Ruf voraus, ein reiner Kinder- und Jugendverband zu sein. Junge Erwachsene trifft man hier nur als überzeugte Mitarbeiter an. Zweifelnde, fragende, sich unterhalten wollende, einfach nur da sein wollende junge Erwachsene haben keinen Platz bzw. er wird mindestens außerhalb des CVJM nicht erkannt. CUT hat den Nebeneffekt, dass junge Erwachsene den CVJM als Ort entdecken, wo etwas nicht nur für Kinder und Jugendliche angeboten wird, sondern auch für ihre Altersgruppe. So wird der CVJM wieder zu dem, was er einmal war – ein Treffpunkt für junge Erwachsene.


Grundüberlegungen

Welche Grundüberlegungen liegen CUT zu Grunde?

theologisch

Theologisch formuliert hört sich das Konzept von CUT so an: Da es in der Welt keinen Bereich ohne Gott gibt, kann er zum Beispiel auch im Film und in der Kultur überhaupt präsent sein. Wenn also eine Initiative wie CUT Filme zeigt, dann ist die Erkenntnis Gottes zwar nicht aus einem Film heraus möglich, doch Filme sprechen Lebensthemen an, die mit dem Wort Gottes konfrontiert werden können – kritisch wie positiv.


Kino und Religion

Das Kino ist ein Ort, wo religiöse Weltanschauungen in Form von unterhaltenden Geschichten erzählt und vermittelt werden – die „Sinnmaschine Kino“.

„Das Kino war in den vergangenen Jahren so erfolgreich wie nie zuvor. Demgegenüber leidet die Kirche weiter an Besucherschwund. Gerade die zukunftssichere Zielgruppe der 14-29jährigen setzt sich lieber in gut gepolsterte Kinosessel als auf harte, spärlich gepolsterte Kirchenbänke – Kategorie Holzklasse. Dabei bieten Kinofilme längst ihre eigene Form der religiösen Weltanschauung.“ Im Kino finden wir die neuen Ikonen. Tausende strömen in die Kinos, diese Kathedralen der Unterhaltung. Hier ist die bunt schillernde „Sinnmaschine“ aus der die Menschen so viele (Lebens-) Ideen beziehen.

Grob unterteilt können drei Arten von Religion im Film festgestellt werden:

  1. Filme mit Religion als Hauptthema, z.B. Little Buddha, The Passion, Jesus-Film
  2. Filme mit religiösen Elementen, z.B. mit einem Gebet (Trueman-Show)
  3. Filme mit „verstecktem Katechismus (Glaubensbekenntnis), z.B. „Liebes-, Erlebnis-, Öko-Religion“.


Verwerfen oder aufnehmen?

Eine theologische Grundentscheidung ist nun im Umgang mit Filmen zu bedenken. Knüpfen wir an die Lebensthemen in den Filmen an, setzen uns mit diesen auseinander oder bieten grundsätzlich etwas anderes an, schaffen eine eigene Kultur und verzichten auf die Filme? Ich gebe zu, dass die Frage so gestellt ist, dass man gleich dem ersteren zustimmt. Doch Vorsicht – bitte nicht zu schnell.

  • Denn brauchen wir denn wirklich den Umweg über einen Kinofilm, um mit jungen Erwachsenen über den Glauben ins Gespräch zu kommen?
  • Gibt es nicht kürzere, direktere und damit unaufwendigere Wege?

Alles keine Fragen, die nicht außer acht zu lassen sind, wenn man CUT am Ort plant. Und trotzdem treibt uns die Leidenschaft, uns über die Filme mit dem Leben und damit mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Wir glauben, dass CUT eine gute Möglichkeit – und wir betonen EINE (nicht die einzige) – ist, um sich zum einen selbst mit wichtigen Lebensthemen anhand von Filmen auseinanderzusetzen. Sich selbst zu fragen, was hat das mit meinem Glauben an Gott zu tun. Und zum anderen natürlich, um mit anderen Menschen darüber ins Gespräch zu kommen.


Vorsicht! Bitte keine „natürliche Theologie“!

Wir bekennen, dass Gott die Welt geschaffen hat, dass es keinen Bereich der Welt gibt, wo Gott nicht ist. Das gilt natürlich auch für das Kino und den Film. Doch – und hier ist jetzt Achtung geboten – es gibt keine natürliche Erkenntnis Gottes aus der Welt heraus. D.h. ich kann nicht durch das Schauen von Kinofilmen Gott erkennen. Da gibt es vielleicht eine Menge religiöser Gefühle, die so mancher als „Geflüster Gottes“ bezeichnen will. Doch Kinofilme sind wie die gesamte Welt um uns herum, doppeldeutig. Von daher: Vorsicht!

Was meine ich mit dieser Doppeldeutigkeit? Kinofilme gehören wie die gesamte Schöpfung zur gefallenen Welt. D.h. alles in der Schöpfung ist immer doppeldeutig. Zum einen gute, von Gott geschaffene und geliebte, Schöpfung und zum anderen gefallene, von der Sünde geprägte, Welt.

Zur Veranschaulichung hilft mir hier das Spinnennetz. Im Morgenlicht und Tau ist es ein wunderbares, bestaunenswertes Naturphänomen. Nur kurz darauf verfängt sich eine Fliege in diesem Netz und es wird zum grausamen Mordwerkzeug einer Spinne. Und so wie das Spinnennetz ist alles in der Welt – es kann dem Bösen wie dem Guten dienen, kann die Sprache Gottes oder die Sprache des Satans sprechen. Und so kann Kino Menschen ebenfalls ermutigen und dem Leben dienen, aber es kann genauso zerstören und dem Tod in die Arme arbeiten.

Von daher ist es immer wieder notwendig, dass wir zurück an den Ort gehen, wo Gott unzweideutig gesprochen hat und heute spricht: durch und in Jesus Christus. In ihm erkennen wir Gott – nirgendwo anders. Der Welt vielleicht eine Torheit oder ein Anstoß, aber trotz alledem des Evangeliums Kern – diese Person Jesus Christus. Und er ist es, das Wort Gottes, den wir bezeugen wollen und müssen an den CUT-Abenden. D.h. wir wollen die in den Filmen angesprochenen Lebensthemen mit dem Wort Gottes konfrontieren – kritisch wie positiv.


pädagogisch

Pädagogisch fördern wir die Medienmündigkeit. Wir unterstützen die Bemühungen um einen bewussten und engagierten Umgang mit Film und Publikum. Filme sind für uns Unterhaltung, aber auch Fenster zur Welt, Erzieher, Vorbildlieferant und Maßgeber.

Das Kino ist längst mehr als nur Unterhaltung. Es ist auf dem besten Wege zum Lesesaal der Moderne zu werden. Was vor 50 Jahren gelesen wurde, wird heute angeschaut.

Von daher wollen wir verschiedene Fähigkeiten durch CUT fördern:

  • Es sollen „mitgelieferte“ Werte und Lebenseinstellungen in einem Film zu erkannt und reflektiert werden können.
  • Der Film soll als Grundlage verstanden werden, um über die angestoßenen Lebensthemen mündig und selbstgesteuert nachzudenken.
  • Die eigene Sprachfähigkeit soll herausgefordert werden. Dies soll im Gegensatz zu einem stillen Konsumieren („Reinziehen“) geschehen. Die Sprachfähigkeit ist die Voraussetzung für einen mündigen Umgang mit Medien.
  • Es soll zwischen dem Imaginären und dem Dokumentierten in einem Film differenziert werden.
  • Insgesamt soll der kritische Blick in Bezug auf Medien nicht verloren gehen.
  • Es sollen eigene Kriterien gefunden werden, mit denen man die Qualität eines Filmes beurteilen für sich beurteilen kann.


Wie wollen wir das machen?

Die Cuts sind im Stakkato der heutigen Filmgeschwindigkeit notwendig, um durchzuatmen und den eigenen Gedanken Platz einzuräumen. Wir benötigen sie geradezu, damit wir den Film als einen Spiegel der eigenen menschlichen Seele und somit als Grundlage für ein Gespräch nutzen können.

„Denn im Dunkel des Kinos fesselt der Film uns mit packenden Erlebnisfolgen, die den Einblick in deren Zusammenhänge verstellen. Jeder kennt die eigentümliche Sprachlosigkeit, die einen nur zu oft nach dem Kinobesuch befällt. Es ist schwierig in Worte zu fassen, was für eine Entwicklung einen in den vergangenen zwei Stunden im Griff hatte.“ (Blothner, Das geheime Drehbuch des Lebens, S.10)

Von daher sind diese „Verschnaufpausen“ - diese Cuts - eine willkommene Möglichkeit, seinen eigenen Gedanken – unterstützt mit einem kurzen Input – nachzuhängen. Die Cuts sind somit nichts anderes als Hilfen zum eigenen Reflektieren.

„Geleitetes Sehen“ heißt somit in diesem Zusammenhang nicht „manipuliertes Sehen“. „Manipuliertes Sehen“ gibt alle Antworten auf die Deutung des Filmes und zwingt den Besucher in die Beurteilung der Veranstalter. „Geleitetes Sehen“ dagegen stellt Fragen ohne die Antworten dazu zu geben. Die einzige Leitung die geschieht ist diese, dass man in der Unzahl von Themen und Motiven innerhalb eines Filmes sich eines aussucht, auf dieses hinweist bzw. sich konzentriert und über dieses ins Gespräch kommen will.

Interessant ist, dass im Feedback gerade die Inputs in den Cuts sehr gut bei den Besuchern ankommen. Sie sind das gewisse Etwas, die das Film-schauen vom Konsum hin zum bewussten Sehen eines Filmes verändern. Kino – eben halt mal anders!

Psychologisch

Psychologisch wirksame Filmthemen sind entscheidend für den Erfolg eines Filmes. Die Zuschauer gehen nicht ins Kino, um Infos vermittelt zu bekommen. Sie wollen bedeutsame Erlebnisse (z.B. Interesse für Figuren, die Belastungen aushalten und Probleme anpacken können oder die Sehnsucht nach Treue, Verbindlichkeit in den menschlichen Beziehungen, einem Halt in der Liebe). Gelingt es dem Film nicht, die Zuschauer zu unterhalten und zu beeindrucken, verliert auch der beste Aufhänger seine Anziehungskraft. Filme sprechen unbewusste Grundkomplexe an, mit denen wir täglich beschäftigt sind. An diesen so genannten Tiefenthematiken wollen wir in den Gesprächen über das eigene Leben anknüpfen.

… kommen noch: Blothner!

der Abend

Was passiert an einem CUT-Abend?

  1. In einem Raum mit Kneipenatmosphäre (je kultiger desto besser) werden Theke, Bistrotische, Technik und Leinwand aufgebaut. Dekoration, die Live-Musik und die Verpflegung sind alle auf den Film abgestimmt. Z.B. alles italienisch, wenn es sich um einen Film in der Toskana handelt.
  2. Durch die Methode des „geleiteten Sehens“ führen wir pro Abend durch einen bekannten und populären Film. D.h. es gibt eine Einleitung in den Film und zwei bis drei Cuts mit kurzen Inputs zu einem im Film behandelten Lebensthema.
  3. Nach dem Film wird mit einem Interview mit einem Christen, der authentisch aus seinem Leben heraus auf die Fragen des Films seine Antworten gab, eine Überleitung zu den Gesprächen an den Tischen geschaffen.
  4. Der Abend klingt dann in Kneipenatmosphäre mit den Gesprächen und der Live-Musik aus.


Wichtige Regeln für das Vorlesen von Cuts:

  • Die Filmmusik direkt nach dem Stopp bis zum Wieder-Einstieg in den Film. Sie muss Hintergrundmusik bleiben und darf deswegen nicht zu laut sein. Vor allen Dingen wenn der Moderator den Input vorliest.
  • Das Standbild bleibt bis zur Fortsetzung des Filmes sichtbar.
  • Meditativ, nicht hastig vorlesen!
  • Nach jeder Frage dem Hörer Zeit lassen, darüber nachzudenken!
  • Nicht zu monoton! Am besten den Text so kennen, dass man ihn etwas freier vortragen kann!
  • Von vorne vorlesen! Gut macht sich ein Sessel mit einer kleinen Stehlampe. Keine große Beleuchtung jedenfalls, sondern weiterhin das typische Kino-Halbdunkel.
  • Vor und nach dem Input in den Cut-Pausen Zeit lassen.
  • Tiefe Stimmen sind besser geeignet als hohe.


Ablauf eines Abends am Beispiel CUT in Würzburg

  • Film: Solino; Samstag, 7.Mai 2005
  • Moderatoren: Inger Reppe und Wolfgang Funke
  • Interviewpartner: Michael Götz
  • Band: Braunschweig
  • Techniker: andere CUT-Mitarbeiter aus anderen Orten (hat Michael angefragt)
  • DVD und Lizenz: CVJM Würzburg (Solino-Musik-CD bringt Michael mit)
  • Ort (CVJM WÜ): Bistro (vor- und nachher) im Keller, Film im großen Saal
  • Deko: Bistro italienisch – Snacks etc. italienisch, Rotwein Großer Saal: Sessel und * Nachttischlampe für Wolfgang beim CUT vorlesen
  • Technik: stellt CVJM WÜ und AG (DVD-Player, Beamer, PA, Licht für Interview und Saalbeleuchtung, Mikros, Verdunkelung des großen Saales)


14:00 – 18:00 Uhr: Aufbau

Technik, Bistro, Deko, Band Band-Lautstärke klären – der nächste Tisch muss sich unterhalten können...


18:00 Uhr: Mitarbeiter – Treffen

Musiker – Essen, letzte Absprachen, Impuls, GEBET!


19:00 – 19:30 Uhr: letzte Vorbereitungen


19:30 – 20:00 Uhr: CUT-Bistro mit Musik aus der Dose (Paolo Conte) Trinken, Essen, Quatschen, Hören, Ankommen

19:50 Uhr Hinweis – eindecken bei Bistro

20:00 dann in den großen Saal lotsen!

20:15 – 20:25 Uhr: Begrüßung und Einführung - Inger und Wolfgang

  • Begrüßung
  • Was ist CUT?
  • Was ist der CVJM?
  • Vorstellung Band
  • Abspann, dann kurze Diskussion, dann Interview mit „Filmexperten“
  • Erklärung Gesprächsgruppen, sitzen bleiben am Ende
  • Bistro danach!
  • KRITIKKARTEN – (box), Flyer
  • Handys aus, Klo, Notausgang, MAs

20:25 Uhr: FILM-START

Musik von DVD läuft vor und nach CUTS und während der CUTs leise!


CUT I - Standbild - Text: Wolfgang Funke

CUT II - Standbild - Text: Wolfgang Funke

22:30 Uhr: Abspann ganz durchlaufen lassen


22:30 Uhr Interview mit „Filmexperten“ - Wolfgang, Michael


22:45 Uhr: Publikum schreibt Fragen auf Zetteln

Moderatoren ziehen ein paar Fragen interviewen


23:00 – 0:00 Uhr: CUT – Bistro

Gesprächsgruppen (Moderator mit Fragekärtchen), Bistro, Musik, Feedback


0:00 – 1:00 Uhr: Ab- und Umbau!! Bandabbau schon nach Ende im Saal


Danach: (Jubelnder Kanon) „HALLELUJAH – wir leben noch und dürfen ins Bett...“


CUT – ein erstes Fazit

„Sagt nicht nur, wir wollen junge Erwachsene erreichen, sondern tut es!“ Und so war es dann auch. Sechs bayerische CVJMs stürzten sich mutig in das Pilotprojekt „CUT-Kino – einmal anders“. Und die jungen Erwachsenen kamen. An 22 Kinoabenden waren mit steigender Tendenz durchschnittlich 50 junge Erwachsene zu CUT da. Was war nun das „Kino einmal anders“? Zum einen war es schon mal der untypische Kinoraum mit Bistrotischen in gemütlicher Atmosphäre, dazu die Deko mit Filmgegenständen, die Live-Musik und das zum Film passende Essen und Trinken. Und zum anderen die „Cuts“ – die zwei bis drei Unterbrechungen pro Film, die mit Fragen zum Nachdenken anregen sollten. Dieses selbständige Nachdenken über den Film mündete dann im Anschluss vom Film in ein Interview mit einem Christen, der authentisch aus seinem Leben heraus auf die Fragen des Films seine Antworten gab. Diese Interviews gingen dann über in Gespräche an den Tischen, die nicht selten bis morgens um 1.30 rege geführt wurden. Nach den Veranstaltungen geht es jetzt nun mit örtlichen „Kinotreffs“ weiter, um die entstandenen Kontakte weiter zu pflegen. Fazit: CUT hat viel Arbeit gemacht. Aber die Arbeit hat sich gelohnt.

Wie geht es weiter? Es wird eine 2.Staffel „CUT – Kino einmal anders“ in veränderter Form geben – wer hierzu Infos bzw. mit seinem CVJM mit dabei sein will – einfach Michael Götz anmailen:


Wer zu CUT mehr Infos haben will – einfach Michael Götz anmailen: michael.goetz@cvjm-nuernberg.de