CUT Moderation zum Film "Das Leben ist schön" (N.N.)
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Moderationstext zum Film "Das Leben ist schön" Empfehlung: CUT - Kino einmal anders
| Moderation zum Film "Das Leben ist schön" | |
|---|---|
| Autor | N. N. |
| Erscheinungsdatum | |
| Publikation | 18plus |
| Kategorien | |
Lizenzbestimmungen: Alle Rechte vorbehalten.
Inhaltsverzeichnis |
Kino in der Kirche
Das Leben ist schön
Teil 1: Einführung in den Film
Inhaltliche Hinführung – Infos über Entstehung des Films – Infos über Intention des Regisseurs – folgendes Gedicht einbauen:
Trotzdem
Natürlich weiß im um Hungersnöte. Natürlich weiß ich um Kriege, Terrorismus und Kriegsgefahren; natürlich kenne ich die riesiegen Vernichtungspotentiale der Weltmächte Natürlich kenne ich die Umweltproblematik.
Vertraut bin ich mit sozialen, wirtschaftlichen, ökonomischen und politischen Mißständen und Konflikten;
auch noch eine ganze Reihe anderer Probleme sind mir präsent;
- aber warum sollte mich
gerade das davon abhalten, auch Liebesgedichte zu schreiben ?
Teil 2: Erste Unterbrechung
Die Katastrophe beginnt – was wir seither nur ahnen konnten, wird jetzt Realität, wird Teil von Guido und seiner Familie – Die Vorboten waren deutlich: Das grüne Pferd, der beschmierte Buchladen, der rassistische Unterricht, die faschistischen Behörden.
- das Märchen vom Prinzen und seiner Prinzessin findet ein jähes Ende. Die Komödie kippt um in eine Tragödie und trotzdem – trotzdem ist noch Zeit Liebesgedichte zu schreiben?
- der Traum vom unbeschwerten Leben ist geplatzt
- der Clown, der uns mit seiner Heiterkeit mit in das Wunderland genommen hat und das Kind, Verkörperung der Unschuld und der Unbekümmertheit sind gefangen in den Stricken einer unbarmherzigen Maschinierie des Grauens.
Das Leben ist schön – muss das nicht jetzt in Frage gestellt werden ?
Was ist diese Aussage wert angesichts der beginnenden Bedrohung ? Wird Schopenhauers Philosophie jetzt ad absurdum geführt?
Muss jetzt nicht der Lebensmut, die Unbekümmertheit, die Heiterkeit Guidos an der Realität des Lebens zerbrechen ?
Anders gefragt: Darf der Clown angesichts der veränderten Umstände weiter hin seine Rolle spielen?
Benigni mutet uns Grenz
Teil 3: Zweite Unterbrechung
Kinderaugen leuchten hell und schauen ehrlich und gespannt in diese Welt.
Wir müssen alles dafür tun, dass sich die Kinderaugen niemals schließen vor Grauen.
Wir sind Wegbereiter für diese Zukunft
Das Spiel, das Guido spielt, scheint ein grausames Spiel zu sein. Er leidet – und scheint unter der Last des Bösen zu zerbrechen. Doch was gibt ihm die Kraft Stand zu halten und immer wieder aufzustehen ?
Es ist die Liebe die Liebe zu seiner Frau die Liebe zu seinem Sohn und die Liebe zum Leben.
Es ist die Hoffnung die Hoffnung, dass die jetztige Situation ein Ende nehmen wird die Hoffnung, dass sein Kind vor dem Grauen bewahrt bleibt die Hoffnung, dass die Schönheit des Lebens siegt.
So wird „Das Leben ist schön“ mitten im Grauen zu einer Liebeserklärung an das Leben: Das Grauen darf nicht alles bestimmen, darf das Leben nicht ad absurdum führen die Zerrform des Lebens darf nicht die alleinige Herrschaft über uns ausüben, darf nicht als „Normal“ angesehen werden.
Teil 4 : Abspann
Das Leben ist schön – weil es ein „Trotzdem“ gibt. Bengini zeigt uns auf, dass es kein Leben ohne Bedeutung gibt. Er vermittelt uns die Einsicht, dass mindestens Eltern für ihre Kinder, aber auch jeder Mensch für den anderen die Verantwortung trägt, auch unter bestialischen Umständen eine Bedeutung zu liefern, die ihm die Möglichkeit eines menschlichen und das heißt auch „schönen“ Lebens eröffnet. Mittem im Grauen, mitten im Leid spüren wir, wie mächtig das „Trotzdem“ wirkt: das Trotzdem der Liebe das Trotzdem der Hoffnung.
Bei allem, was uns in den letzten Monaten bewegt – an Ängsten und Zweifeln, bei aller Unsicherheit – und wenn die Welt aus den Fugen gerät – so spüren auch wir: über uns steht das große „Trotzdem“ – gesprochen von dem Gott, der alles Leid dieser Welt erfahren und durchlitten hat.
Er spricht uns das Trotzdem – seiner Liebe, seiner Hoffnung und seines Vertrauens zu. Die Macht des Bösen darf nicht die Überhand gewinnen angesichts dieser Hoffnung, angesichts dieser Lieber.
Paulus schreibt in seinem ersten Brief an die Korinther: Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche und sogar die Sprache der Engel und hätte keine Liebe – dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong oder eine lärmende Trommel, wenn ich einen so starken Glauben habe, dass ich Berge versetzen kann, aber ich habe keine Liebe, dann bin ich nichts. Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spiel sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld.
Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.
Doch die suchende und bange Frage drängt sich auf. Was wäre bei mir? Würde das selbst gesprochene „trotzdem“ durchtragen, die Hoffnung, die Liebe, das Vertrauen auf das Leben? Das Vertrauen auf ein Leben, das schön ist – in dem Sinne von Bedeutung. Ein Leben welches seine Bedeutung nie verliert, auch wenn die Welt aus den Fugen gerät – Ängste, Zweifel, Unsicherheit, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Beziehungszerbrüche, der Tod die Überhand gewinnen. Habe ich dann wie der Held Guido die Kraft meinem Leben dieses „Trotzdem“ abzuringen? Schaffe ich das schon heute? Wo gelingt es mir? Wo nicht?
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