Das wir Zärtlichkeit nicht gottlos nennen (Michael Götz)
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Eine besondere Herausforderung ist der verantwortliche und liebevolle Umgang mit der Sexualität in der Ehe und in einer vorehelichen Partnerschaft.
| Das wir Zärtlichkeit nicht gottlos nenne | |
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| Autor | Michael Götz |
| Erscheinungsdatum | |
| Publikation | 18plus |
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Inhaltsverzeichnis |
Dass wir Zärtlichkeit nicht gottlos nennen
- Sex – von Gott gewollt, von Gott geschenkt!
Viele Jahrhunderte hindurch hat sich in der Christenheit eine von der Bibel her nicht haltbare Leib- und damit auch Sexfeindlichkeit durchgesetzt. Eine aus der griechischen Philosophie stammende dualistische Sicht des Menschen (der Leib als das „Gefängnis“ der Seele) wurde in der Kirchengeschichte immer wieder in die Theologie integriert (z.B. Augustin) . Und das nicht nur in der katholischen Kirche, sondern vor allem auch in den Erweckungsbewegungen wurde, wenn über Sexualität geredet wurde, nur im Zusammenhang von Sünde geredet.
Dagegen beschreibt die Bibel die Sexualität als eine gute Gabe Gottes. Der Mensch ist als geschlechtliches Wesen geschaffen und das ist gut so. Sexualität, im umfassenden Sinn und nicht nur der Akt des Geschlechtsverkehrs, ist somit ein Geschenk Gottes.
Zärtlichkeit und Sexualität sind im Rahmen der guten Schöpfung Gottes somit ein Geschenk an den Menschen. Mehr noch: dass eine Frau und ein Mann eine feste Beziehung eingehen, dass sie ihre Familien verlassen und eine das ganze Wesen umfassende Gemeinschaft eingehen, ist von Gott gewollt: (1Mo 2,24) Das „ein Fleisch“ sein, bedeutet das ganze Wesen umfassend eine Gemeinschaft eingehen. Dass Mann und Frau in einer festen und exklusiven Beziehung miteinander Geschlechtsverkehr haben ist gottgewollt. „Dass wir Zärtlichkeit nicht gottlos nennen.“ Dass in der Bibel ein Liebesbrief aufgenommen wurde wie das Hohelied Salomos auf die Liebe ist kein Zufall.
- Sex – Ausdruck der Liebe und Zeugung von Kindern
Der Geschlechtsverkehr ist eine auf die andere Person bezogene Hingabe, die zwei Ziele innehat, die nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen: Zum einen ist der Geschlechtsverkehr und überhaupt jede sexuelle Handlung ein Ausdrucksmittel, dem anderen zu sagen, wie man ihn liebt. Zum anderen dient der Geschlechtsverkehr der Zeugung von Kindern.
- Sex – im Schutzraum einer totalen Liebes- und Lebensgemeinschaft
Entgegen der von Gott gedachten guten Schöpfung wurde der Geschlechtsverkehr aus der Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann immer wieder herausgelöst - die Liebe wurde entpersonalisiert, von der Person gelöst. Das gute Geschenk Gottes, die Sexualität, das Füreinander von Frau und Mann, wurde so immer wieder preisgegeben, verschenkt. Dagegen ist in der Bibel geschlechtliche Gemeinschaft immer eingeschlossen in eine umfassende, vom liebenden Herzen her bestimmte Beziehung.
Und um dieser Beziehung einen Schutzraum zu geben, hat Gott die Ehe als gute Schöpfungsordnung für eine totale Lebens- und Liebesgemeinschaft geschaffen.
Da sexuelle Erlebnisse und vor allem der Geschlechtsverkehr in einer Beziehung die seelischen Tiefenschichten einer Person stärker als andere Lebenserfahrungen ansprechen, gehören sie in eine totale Lebens- und Liebesgemeinschaft, die eben Ehe ist. Dass dies in den Zeiten der Verliebtheit schwer fällt, ist bekannt. Und je nach Menschentyp fällt es schwerer oder leichter (ob stärker emotional oder rational geprägt). Doch trotz alledem halte ich es für eine Beziehung klüger, nur dann auch im Bereich des Sexuellen eine volle Gemeinschaft einzugehen, wenn es der Gemeinschaft entspricht. Und dies ist die Ehe.
Wenn sich Paare jedoch anders entschieden haben und in totaler sexueller Gemeinschaft leben, dann ist ihnen zu empfehlen, dass dies in verantwortlicher Treue und Rücksicht aufeinander gelebt wird - mit der klaren Perspektive der Ehe.
Wieweit andere sexuelle Ausdrucksformen (streicheln, küssen, umarmen etc.) der Beziehung angemessen sind, muss das Paar gemeinsam beurteilen. Maßstab ist dann immer der Partner, der zurückhaltender in Bezug auf den körperlichen Kontakt ist.
Eine Übersexualisierung einer Beziehung, aber ebenso auch eine Leibfeindlichkeit schädigt das Wachsen einer gesunden Partnerschaft. Das Erstgenannte ist in einer sex-überreizten Gesellschaft (Medien, Werbung etc.), das Zweitgenannte in einer engen religiösen Gemeinschaft die Gefahr.
Nochmals zusammenfassend: Nicht aus einer verklemmten und falschen Sexualfeindlichkeit, sondern aus der Wertschätzung der guten Gabe Gottes heraus, gehört der Geschlechtsverkehr in eine auch ansonsten totale Liebes- und Lebensgemeinschaft. Diese hat die äußere Form der Ehe.
Doch aufpassen: Geschlechtsverkehr ist umgedreht nicht das, was eine Ehe in ihrem Wesen ausmacht. Dieser Überfrachtung („Wir heben uns den Geschlechtsverkehr für die Ehe auf, weil das ja das Besondere in der Ehe ist.“) ist eindeutig zu widersprechen, da eine Ehe auch nicht beendet ist, wenn kein Geschlechtsverkehr mehr möglich ist (Krankheit, Alter).
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