Heißes Eisen - Homo Ehe (Peter Rostan)
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Selten kann man sich so leicht die Finger verbrennen wie bei diesem Thema.
| Heißes Eisen - Homo Ehe | |
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| Autor | Peter Rostan |
| Erscheinungsdatum | |
| Publikation | 18plus |
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Lizenzbestimmungen: Alle Rechte vorbehalten.
Inhaltsverzeichnis |
Heißes Eisen „Homo-Ehe“
Selten kann man sich so leicht die Finger verbrennen wie bei diesem Thema. Wer hier kritische Töne anschlägt, muss mit heftigen Reaktionen rechnen. Verständlich - noch vor wenigen Jahren hörten Betroffene meist nur unschöne Unterstellungen. Als ob sich das Thema mit dem Hinweis auf die Homoszene im Rotlichtmilieu erledigen ließe. Andererseits überrascht die Vehemenz bei den Kampagnen zur Etablierung homosexueller Lebensformen. Kritische psychologische Studien werden einfach ausgeblendet. Und theologische Stellungnahmen landen im Giftschrank, bevor sie gelesen werden. Von „vorurteilsfreiem Forschen“ kann - wohl auf beiden Seiten- nicht mehr die Rede sein.
Auch wenn ich das heiße Eisen Homosexualität nur vorsichtig anfasse, werde ich es kaum vermeiden können, mir die Finger zu verbrennen...
(1) Die Bibel lehnt homosexuelle Partnerschaften in großer Eindeutigkeit ab. Ich finde auch keine inhaltliche Linie, die auf eine spätere Anerkennung dieser Lebensform zielt. Aber ist das oberste Gebot der Bibel nicht die Liebe? Wollen Homosexuelle nichts anderes als ihr Gestalt geben? Trotzdem frage ich mich, wo in der Bibel das Gebot der Liebe in Konkurrenz zu anderen Geboten tritt? Jesus nimmt die Menschen in ihrer Lebenssituation ernst und spricht ihnen Würde zu. Seine Liebe schließt jedoch den Willen zur Veränderung und zur Neugestaltung ihres Lebens ein (Joh 8,11).
(2) Ein wesentliches Glied der Argumentationskette von Schwulen und Lesben ist die Behauptung, die homosexuelle Neigung sei nicht das Ergebnis von Erziehung und gesellschaftlichen Einflüssen, sondern angeboren. Wie kommt es dann, dass der Anteil der Homosexuellen in der Geschichte eines Landes so enorm schwankt? Warum gibt es in den meisten ärmeren Ländern der Erde keine nennenswerten Zahlen? Warum verteilen sich die homosexuell Empfindenden in den Industrienationen nicht gleichmäßig auf alle Bevölkerungsschichten – auch dann nicht, wenn wie in Neuseeland die Homo-Ehe schon seit Jahren etabliert ist und das Coming Out längst kein Skandal mehr ist?
(3) Sexuelle Empfindungen und Praktiken sind vorwiegend das Ergebnis von äußeren Einflüssen und Vorbildern. Entwicklungspsychologen, Pädagogen und Sexualforschern sind sich hier einig. Warum soll ausgerechnet die Homosexualität eine Ausnahme machen und genetisch bedingt sein?
(4) Jeder Mensch müsse seine Empfindungen (ob angeboren oder anerzogen) ernst nehmen und ihnen gemäß leben, sonst wären seine Grundrechte beschnitten. Nun, ein weltanschaulich neutraler Staat hat nicht das Recht, einen bestimmten Lebensstil vorzuschreiben. Aber er kann entscheiden, welche Lebensform er als gesellschaftlich tragende Institution fördern und juristisch absichern will. Wenn sich jetzt neben der Ehe eine gleichberechtige Lebensform etabliert, müsste dann nicht demnächst auch die Polygamie offiziell möglich sein? Polygam denkende Menschen könnten dann einfordern, dass ihre Lebensform gleichberechtigt in den Bilderbüchern im Kindergarten auftaucht – sonst würde der Staat womöglich noch einer Lebensform den Vorzug geben.
Verhaltensforscher behaupten ohnehin, die Entscheidung für nur einen Lebenspartner sei unnatürlich und alles andere als biologisch vorprogrammiert…
(5) Als Pfarrer höre ich immer wieder, die Kirche solle auch kirchliche Trauungen für Homo-Ehen anbieten. Sie dürfe nicht die Augen verschließen, dass es auch unter ihren Mitgliedern homosexuelle Paare gebe. Manche bieten aus demselben Grund bereits Segnungsgottesdienste aus Anlass einer Scheidung an. Kann es sein, dass hier etwas verwechselt wird? Ja, es ist gut und richtig, auch homosexuell empfindenden Menschen und Geschiedenen den Segen Gottes und das Evangelium nicht vorzuenthalten. Aber damit verbindet sich nicht automatisch der Auftrag, alle Lebensentscheidungen der Menschen kirchlich „abzusegnen“. Gottes Segen gilt jedem Menschen, aber nicht jeder Verhaltensweise.
Ich möchte nicht behaupten, dass die sexuelle Neigung eines erwachsenen Menschen leicht umprogrammiert werden kann. Schillernde „Heilungs“-Geschichten hin zum treuen Ehemann und Familienvater kommen vor, sind in der Seelsorge für Betroffene aber wenig hilfreich. Wer als Christ mit homosexuellen Gefühlen zu kämpfen hat, wird wohl meist allein bleiben. Er teilt damit das Los vieler unfreiwilliger Singles, die heterosexuell empfinden, aber nicht den richtigen Partner gefunden haben. Sexuelle Enthaltsamkeit ist eine Lebensaufgabe, die schon viele mit großem Tiefgang bewältigt haben.
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