Konsequenzen der Lebenskulturen junger Erwachsener für die CVJM-Arbeit - Impulsreferat (Anne Winter, 2003)
aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen
Ein Impulsreferat auf dem CVJM-Zukunftskongress in Gera in der Arbeitsgruppe 11.
| Konsequenzen der Lebenskulturen junger Erwachsener - Impulsreferat | |
|---|---|
| Autor | Anne Winter |
| Erscheinungsdatum | 2003 |
| Publikation | Gera-Kongress |
| Kategorien | |
Lizenzbestimmungen: Alle Rechte vorbehalten.
„Konsequenzen der Lebenskulturen Junger Erwachsener für CVJM-Arbeit“
Beobachtungen und Ausgangssituation: die Lebensphase und Lebenswelt Junger Erwachsener
Junge Erwachsene - herausgefordert zur Suche nach dem eigenen Lebens-, Werte- und Glaubenskonzept
Wo früher Lebensläufe vielfach klar vorgezeichnet und vorhersagbar waren, ist die Lebensphase von jungen Erwachsenen heute zu einer „offenen Lebensphase“ geworden. Während in der Kindheit und in der Schulzeit Biografien noch einigermaßen ähnlich verlaufen, driften im Junge-Erwachsenen-Alter Lebensläufe, Lebensvorstellungen, Lebenswelten immer weiter auseinander. Das typische Lebenslaufmodell, den geradlinigen und klar vorgezeichneten Weg gibt es nicht mehr. Jeder entwickelt in einem Prozess von An- und Umbauten seinen ganz individuellen Lebensweg. Während der eine mit 25 bereits verheiratet ist, zwei Kinder und sein eigenes Häuschen hat, weilt die andere gerade für ein Auslandssemester in Kanada, lebt die eine als gutverdienender und karriereorientierter Single in der eigenen Penthousewohnung während der andere immer noch zu Hause bei seinen Eltern wohnt und beruflich in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Der Wald der Lebensentwürfe ist bunt und nicht (mehr) auf einen Nenner zu kriegen.
Die bei vielen zeitlich immer länger werdende „Phase zwischen Schulabschluss und Eheschließung“ gleicht einer Art Teststrecke: sie ist eine Zeit des Suchens und Experimentierens, des Probierens und Orientierens, des Entscheiden- und sich-Zurechtfinden-Müssens. Eine Teststrecke, auf der herauszufinden gilt, wie man sich sein Leben vorstellen könnte, wie man es „einspuren“ will...
Die schwerwiegendsten Lebensentscheidungen und Weichenstellungen in unterschiedlichen Lebensbereichen fallen innerhalb der Lebensphase von 18 bis 30 Jahren - meist in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren: Berufswahl und Arbeitsplatzsuche, Wohnortwechsel, Ablösung von bisherigen Bezugspersonen (Eltern, Freundeskreis, Studienkollegen, Schule, Jugendarbeit, Vereine...), Suche nach der passenden Lebensform, Partnerschaft, Lebensstil, Werten und Lebensvisionen. Junge Erwachsene sind heute in einem Umfang wie wohl nie in der Geschichte zuvor herausgefordert, ihre eigene Identität, ihr eigenes, für sie stimmiges Lebens-, Werte- und Glaubenskonzept zu finden. -
Ein Prozess vom Experimentieren zum Sich-Festlegen, mit dem Ziel eigenständige profilierte Persönlichkeiten zu werden, die das entdecken und anpacken, was „ihr Ding“ ist und die sich im Dschungel des Lebens mit seinen vielen Herausforderungen zurechtfinden, um dann„ihren Mann/ihre Frau“ stehen zu können.
Junge Erwachsene – herausgefordert im Dschungel der Möglichkeiten
Die Realität unsrer gegenwärtigen Gesellschaft ist jungen Erwachsenen bei ihrer Suche nach Orientierung oft keine große Hilfe (mehr). Vielfältige und konkurrierende Wertvorstellungen, Beliebigkeit („alles ist möglich – und erlaubt“), Multioptionalität, Steigerung der Erlebnis-, Handlungs- und Lebensmöglichkeiten, Traditionsabbruch, Globalisierung – das alles macht die vielen Entscheidungen, die in dieser Lebensphase zu treffen sind, nicht gerade einfach.
Aufgrund der Überforderung der Vielfalt oder auch aus der Angst heraus, „falsche“ Entscheidungen zu treffen, wagen es viele entweder gar nicht (mehr), neue Wege zu gehen und halten am Alten und Bewährten fest - oder aber sie halten sich alle Wege offen und schaffen es nicht, sich überhaupt auf irgendeine Art und Weise festzulegen.
Junge Erwachsene – herausgefordert in Studium und Beruf
Junge Erwachsene sind heute aufgrund von großem Konkurrenz- und Leistungsdruck in Studium und Beruf stark gefordert. Die Anforderungen sind hoch. Volles Engagement, häufige Überstunden, Fortbildungen,... werden erwartet, wenn sie einen guten Arbeitsplatz bekommen, bzw. behalten wollen. -
Freie Zeit wird dabei umso kostbarer - als Zeit des Relaxens und Abschaltens, des Frei-Seins ohne irgendwelchen Erwartungsdruck, des Genießens und Konsumierens. Bitte hier keinen Stress, keine Anforderungen, kein Sich-festlegen-Müssen, keine Verantwortung... –
Aber auch die Zahl derer, die trotz qualifizierter Ausbildung/Studium und guter Abschlüsse keinen Arbeitsplatz bekommt, ist groß. Die Frage nach dem eigenen Wert, der eigenen Identität,... suchen hier nach Antworten und Wegbegleitung.
Junge Erwachsene – herausgefordert auch im Glauben „erwachsen“ zu werden
Die Herausforderung des Erwachsenwerdens umfasst alle Lebensbereiche – auch den des eigenen Glaubens. Gottesbilder und –vorstellungen aus Kinder- und Jugendtagen verändern sich und passen oft nicht mehr. Die eigene religiöse Biografie wird kritisch hinterfragt.
Persönliche Erfahrungen und Lebensherausforderungen (Erfahrungen von gescheiterten Beziehungen, eigene Arbeitslosigkeit, Erfahrungen mit Krankheit, Leid und Tod im Familienumfeld, Platzen von Lebensträumen,...) stellen Glauben auf die Probe – oder machen ihn bei manchem zum ersten Mal überhaupt zum Thema.
Hier entscheidet sich bei denen, die christlichen Glauben bereits als Kind miterlebt oder sich als Jugendliche/r für ihn entschieden haben, ob er auch den Hürden, Krisen und Herausforderungen des Lebens standhält. Ob der eigene Glaube mitwachsen und die eigene Bekehrung „nachreifen“ kann.
Bleiben junge Erwachsene hier auf sich allein gestellt, geschieht genau dieses „Erwachsenwerden im Glauben“ oft nicht. Viele nisten sich dann entweder ein in einem Glauben, der „unerwachsen“ bleibt oder aber sie verabschieden sich still und leise davon.
Auch viele älterwerdende Jugendkreise wachsen in ihren Themen nicht mit. Es wird christliche „Philosophie“ verhandelt. Der Wirklichkeitsbezug in die sich ändernden Lebensthemen fehlt. Viele Teilnehmenden scheinen auf einem geistlichen Entwicklungsstand stehenzubleiben, der nicht ihrer Lebensphase entspricht. Christliche Inhalte müssen sich im handfesten Alltag bewähren und biografisch reflektiert werden, um auch in einem erwachsenen Leben alltags- und lebensrelevant zu sein.
Ob junge Erwachsene, die sich angesichts ihrer persönlichen Lebenssituation (vielleicht zum ersten Mal) mit religiösen Inhalten auseinandersetzen, einen ganz persönlichen Zugang zum Glauben an Jesus Christus finden, wird entscheidend davon abhängen, ob sie gerade jetzt Orten, Menschen und Angeboten begegnen, die ihnen dabei Unterstützung und Hilfestellung sind.
Junge Erwachsene in der kirchlichen Jugendarbeit – Beobachtungen
- Die Zielgruppe der jungen Erwachsenen genießt anders als die Arbeit mit Kindern oder Jugendlichen bei uns nach wie vor oft nur wenig Aufmerksamkeit. An vielen Stellen wird immer noch nicht realisiert, dass im Zuge der Veränderungen, die das Jugendalter erlebt hat, eine Zielgruppe mit ihrer ganz eigenen Thematik da ist, der in Zukunft noch weit mehr Beachtung zu schenken ist.
- Viele Kirchengemeinden und CVJMs, die (nach wie vor) Angebote vor allem im Bereich der festen kontinuierlichen Gruppenarbeit für junge Erwachsene machen, erleben zunehmend, dass diese auf immer weniger Resonanz stoßen.
- Während wir in unsrer Arbeit Kinder und Jugendliche oft in großer Zahl mit unsren Angeboten erreichen können, ist das bei den jungen Erwachsenen viel schwieriger. Je nach Angebot erreichen wir nur einen kleinen Ausschnitt aus der großen Bandbreite. Oft sind das die jungen Erwachsenen, die auch schon als Kinder und Jugendliche in unsrer Jugendarbeit mit dabei waren und heute oft selbst Mitarbeitende in der Jugendarbeit sind.
- Oft sind in der kirchlichen Jugendarbeit junge Erwachsene die tragenden Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit. Die Gefahr ist groß, sie zwar in ihrer Funktion als Mitarbeitende wahrzunehmen, nicht aber als Menschen mit ihren ganz eigenen persönlichen Lebens- und Glaubensfragen. Sie sind noch lange „nicht fertig“, nur weil sie eine Aufgabe übernommen haben. Sie befinden sich selbst in der Lebensphase, in der es gilt, „sein eigenes Ding“ fürs Leben zu finden und zu entwickeln.
Hier ist eine „nach innen“ orientierte Junge-Erwachsenen-Arbeit gefragt, die darauf Wert legt, junge Erwachsene auf ihrem Weg zu begleiten und zu helfen, in ihren Lebens-und Glaubensfragen weiterzukommen. Wenn wir wollen, dass junge Erwachsene nicht stehenbleiben, wenn wir wollen, dass sie dabeibleiben und ihr Glaube an Jesus Christus zum festen Halt auch in den „Wechselzeiten“ ihres Lebens werden kann, sind wir hier gefragt.
Arbeit mit jungen Erwachsenen muss aber immer auch Arbeit „nach außen“ sein.
Jugendarbeit ist immer auch missionarisch. Es gilt nicht nur die im Blick zu haben, die schon als Kinder oder Jugendliche Christen geworden sind, sondern auch die Generation der jungen Erwachsenen neu mit dem Evangelium zu erreichen. Dies ist umso schwieriger, je älter und „festgelegter“ junge Erwachsene sind. Aber deshalb nicht weniger wichtig.
Die Frage, wie wir neu junge Erwachsene mit der Botschaft von Jesus Christus erreichen können, müssen wir immer wieder neu stellen und beackern. Während die „Insider“ eher „nach innen“ orientierte Angebote (glaubensvertiefend, geistliches Leben,...) suchen, braucht diese Zielgruppe andere, „nach außen“ orientierte Angebote (missionarisch, einladend, Heimat bietend). Einladende offene Formen und transparent lebende Persönlichkeiten spielen hier eine wichtige Rolle.
- Viele junge Erwachsene, auch wenn sie schon lange bei uns dabei sind, haben oft nur noch wenig Bibelwissen, oft ohne spezifische Kenntnisse. Viel wichtiger ist ihnen ein eher allgemeines religiöses Interesse, ein Interesse an geistlich gelebten Formen und Gemeinschaft.
- Junge Erwachsene sind heute nicht mehr diejenigen, die ohne zu hinterfragen religiöse Inhalte von Amtspersonen und Autoritäten glauben und für sich annehmen.
Sie sind auch nicht mehr die, die nächtelang z.B. über die Urknalltheorie diskutieren, die intellektuell überzeugende Beweise für Gott suchen und davon ihren Glauben abhängig machen.
Nein – was junge Erwachsene heute überzeugt und für sie „wahr“ ist, ist das, was sich in ihrem Leben als wahr erweist. Was erfahrbar ist. Was ihnen in ihrem Suchen und Orientieren hilft. Was alltagstauglich ist. Menschen, die ihnen als Christen begegnen, werden auf ihre Echtheit und ihre Authentizität geprüft. Darauf, ob das was sie sagen, auch in ihrem Leben „geerdet“ ist.
Glaube wird heute kaum noch mit überlieferten Traditionen oder logischen Argumenten vermittelt. Er muss erfahrbar sein und werden. Er muss (Über-) Lebenshilfe sein. Glaube von jungen Erwachsenen orientiert sich an eigenen Erfahrungen und nicht an kirchlich verordneten Lehrmeinungen. Nur um der Tradition willen glaubt heute kaum einer mehr. Junge Erwachsene differenzieren sehr genau zwischen „Amtskirche“ und „Kirche als lebendig erlebter geistlicher Gemeinschaft“.
Kirchengemeindliches Leben wird nicht nur von Jugendlichen, sondern vermehrt auch von jungen Erwachsenen (auch von „Insidern“) als „fremde Welt“ erlebt. Sie haben dort keinen Platz. Oft kommen sie mit ihren Themen und Bedürfnissen nicht vor.
Hauskreise werden zum Gemeindeersatz, zur „Gemeinde in der Gemeinde“. Dennoch ist da der Wunsch nach mehr. Nach langen Jahren des Lamentierens gegenüber der „Lebenswelt-Fremdheit“ der Gottesdienste – und nachdem sich nichts Wesentliches verändert hat, erleben wir z.B. in Württemberg vielerorts, wie junge Menschen die Sache jetzt selbst in die Hand nehmen, wie ein „Aufbruch von unten“ passiert. Überall entstehen und boomen neue Gottesdienste. Junge Erwachsene tun sich zusammen. Gestalten selbst. Bringen ihre Formen, ihre Musik, ihre Sprache, ihre Themen ein. Vielfältige kreative Gottesdienstmodelle entstehen. Keine intellektuell abgehobenen Predigten von irgendwelchen „Amtspersonen“ – sondern unterschiedlichste Menschen erzählen praktisch und alltagsnah von Gott in ihrem Leben. Je nach Ausrichtung und Zielgruppe des Gottesdienstes missionarisch und/oder glaubensvertiefend. Aber nicht allein die Sprache, „das Wort“ dominiert. Unterschiedliche Methoden der eigenen Auseinandersetzung, Austausch und Erfahrbarkeit („offene Phasen“) haben ihren Platz. Gemeinschaft wird erlebt. Vor, während und nach dem Gottesdienst findet Begegnung statt. Glaube wird gelebt und erfahrbar.
Dass diese Gottesdienste vor allem bei jungen Erwachsenen auf große Resonanz stoßen, spricht für sich. Hier wird ein „Nerv“ junger Erwachsener getroffen.
Nicht nur die Inhalte, die Form und die Atmosphäre, auch die äußeren Rahmenbedingungen entsprechen ihrer Lebenswelt. Diese Gottesdienste finden (mehr oder weniger) regelmäßig statt (bieten also die Möglichkeit der Beheimatung) sind aber dennoch offen. Die Teilnahme verpflichtet zu nichts. Sie entscheiden selbst, in welchem Maß sie sich einbringen (vom mehr oder weniger regelmäßigen Besucher bis hin zum verantwortlich Mitgestaltenden ist alles möglich).
Die Sehnsucht nach solche geistlichen Zentren und Heimatorten scheint groß. Junge Erwachsene orientieren sich dabei nicht mehr primär an der Parochie, sondern suchen Orte, wo sie vorrangig mit Menschen ihres Alters und ihrer Lebensfragen zusammentreffen.
Auch „außenstehende“ junge Erwachsene lassen sich zu solchen Gottesdiensten einladen. Die Ablehnung der hierarchisch strukturierten und an Traditionen festhaltenden Amtskirche selbst durch kirchennahe junge Erwachsene wird ohne tiefgreifende Veränderungen der Kirchenstruktur in Richtung auf mehr Dialog, Mitbestimmung und ganz eigenen Freiräumen bestehen bleiben, bzw. nur noch größer werden !
In der Entwicklung und Erprobung von neuen Modellen in diesem Bereich liegt meines Erachtens die große Chance und Herausforderung der Zukunft.
Konsequenzen für die Arbeit mit jungen Erwachsenen:
Es gilt bei dem, was wir in unsrer Arbeit tun, die Lebensthemen, Lebensfragen und Lebensbedürfnisse junger Erwachsener aufzugreifen und mit dazu beizutragen, dass junge Erwachsene zu selbständigen Persönlichkeiten mit Profil und mit einem tragfähigen reflektierten persönlichen Glauben an Jesus Christus werden.
Um das zu erreichen, braucht es Orte, Räume, Zeiten und Angebote...
- ... in denen Platz ist für offene Dialoge und Suchprozesse, für angstfreies (Hinter-)Fragen und Aufeinanderhören, für das Zeigendürfen von Schwächen, Ängsten und Sorgen, für Gelingen und Scheitern.
- ... in denen junge Erwachsene Beheimatung und Dazugehörigkeit, Sicherheit und Rückhalt, Akzeptanz und Wertschätzung erleben.
- ... in denen„orientierte“ und „orientierende“ Persönlichkeiten da sind, die über die „Erdung“ ihres Glaubens in den Licht- und Schattenzeiten ihres Lebens reden können. Offene, glaubwürdige und authentische Menschen, die für andere zu Wegbegleitern werden. Menschen, die „abschaubar“ leben, die nicht perfekt sondern echt sind in ihren Bemühungen, ihrem Glauben im Alltag Gestalt zu geben. Keine Glaubenshelden sondern Vorbilder, die selbst nie fertig, sondern immer auf der Suche sind. Die in dem, was sie erzählen, auch vor den ungeklärten Fragen und Problemen keinen Halt machen. Die sich darauf einlassen, als bewusste fröhliche Christen mitten in dieser Welt zu leben und sich dabei beobachten und hinterfragen lassen.
Arbeit mit jungen Erwachsenen ist vor allem Beziehungsarbeit - von jungen Erwachsenen für junge Erwachsene. Es braucht junge Erwachsene, die bewusst für die Arbeit mit jungen Erwachsenen „freigestellt“ sind.
- ... in denen Themen erfahrungsorientiert (unter Einbeziehung intellektueller, emotionaler und handlungsorientierter Dimensionen) und nicht ausschließlich akademisch verkopft aufgegriffen und behandelt werden.
- ... in denen junge Erwachsene sich in einer Vielfalt von Möglichkeiten ausprobieren, mitgestalten, sich mitbeteiligen, Verantwortung übernehmen und in alledem ihre eigenen Begabungen und Möglichkeiten, aber auch ihre Begrenzungen entdecken können.
- ... in denen geistliches Leben, Begegnung und Gemeinschaft miteinander eingeübt und gelebt werden und Hilfestellungen bieten, im Glauben erwachsen zu werden - „nach innen“ also – aber auch einladend für Außenstehende, Suchende,....
- ... an denen junge Erwachsene erleben, dass der Glaube an Jesus Christus etwas Aufregendes, Herausforderndes, Faszinierendes und Hilfreiches für ihr Leben ist.
Arbeitsformen:
Arbeitsformen werden daraufhin zu überprüfen sein, ob sie diesen Anliegen gerecht werden.
Während nach innen orientierte Junge-Erwachsenen-Arbeit oft noch in den Formen der Gruppenarbeit (älter gewordene JK, Hauskreise,...) geschieht, sind viele junge Erwachsene aber für diese traditionellen Formen nicht mehr zugänglich.
Gesucht werden vielmehr offene Foren, in denen die Möglichkeit besteht, sich auszutauschen, Menschen kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen, die eigenen Fragen zu artikulieren, für das Leben neue Impulse bekommen, gemeinsam etwas zu tun und zu erleben.
Die Tendenz geht mehr und mehr von der klassischen Gruppenarbeit hin zu offenen projektorientierten, zeitlich befristeten und überschaubaren, oft auch überregionalen, Angeboten.
Wichtig ist bei allen Angeboten der ganzheitliche Ansatz:
Eine Ausgewogenheit von „Körper – Geist – Seele“, oder: „Erlebnis/Erfahrbarkeit – Inhalt – Gemeinschaft/Begegnung“ ist im Blick zu behalten.
- Neue kreative Gottesdienste und eigene Jugendgemeinden
- Verschiedene Angebote geistlichen Lebens (Bibellese-Workshops, Stille Tage,...)
- Glaubens- und persönlichkeitsfördernde Seminar- und Bildungsangebote (z.B. Leben in Beziehungen, Bibelseminare, Entscheidungsfindung, Begabungen/Berufung entdecken und leben, Zeit- und Lebensmanagement, Leben mit Scheitern / Krisen / Verletzungen; Verantwortung übernehmen; Konfliktfähigkeit; Identitätsfindung, Begreifen der eigenen Lebensgeschichte, Umsetzen von Lebensträumen,... )
- Urlaubsangebote als zeitlich befristete Lebens- und Lerngemeinschaft (Stille Tage, Alltagswochen, Städtereisen in Verbindung mit Biografien herausfordernder Persönlichkeiten (Assisi, Rom, Israel), Sport- und Abenteuerurlaub,...)
- Aktionen (Kultur, Action, Sportangebote, Tanzkurs, Brunch, Talkshows, Filmnächte, Kleidertransport in die Ukraine, ...)
- offene Angebote: Bistros, Cafes,...
- Präsenz an Unis und Ausbildungszentren
- ...
Mai 2003 / Anne Winter
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