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Nachtprogramm in Siegmarswangen (Ute Grommes)

aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen

Nachtcafé für Junge Erwachsene in Sigmarswangen

Ein Talk zu einem Thema Junger Erwachsener steht jedes Mal im Mittelpunkt des „Nachtcafés“. Von einer Talkrunde zum Thema „Forever fit – forever young” berichtet Ute Grommes.


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Inhaltsverzeichnis



Das Konzept des „Nachtcafés“

Viermal im Winterhalbjahr und einmal im Sommer lädt das Evangelische Jugendwerk Bezirk Sulz zum Nachtcafé in die Gemeindehalle in Sigmarswangen ein. Ein 20-köpfiges Mitarbeiterteam verwandelt die Halle in ein Café mit Bistro-Ambiente. Neben dem Verkauf von Snacks, Getränken und Cocktails bleibt immer auch Zeit, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt der Abende steht der Talk. Ein Thema aus der Lebenswelt Junger Erwachsener wird mehr oder weniger kontrovers diskutiert. Fachleute, Betroffene werden vom Team ausgesucht und angefragt.

Die Moderation übernehmen Mitarbeitende aus dem Team.

Das Rahmenprogramm wird von Bands, Kleinkünstlern und Musik aus der Dose gestaltet. Der Renner ist das Sommernachtscafé, das auf dem Marktplatz in Sulz veranstaltet wird. Bis zu 300 Gäste werden durch das Konzert und die lockere Stimmung auf dem Marktplatz angelockt.

Finanziert wird das Nachtcafé durch den Eintritt (3,50 €) und im Sommer durch Sponsoren.

Talkrunde zum Thema „forever fit – forever young“

Körperkult, Krankheit, Selbstbewusstsein und Zufriedenheit – darüber unterhielten sich:

  • Reinhilde Fink (Inhaberin eines Fitnessclubs),
  • Silke Umbrecht (Inhaberin eines Kosmetikstudios),
  • Markus Schanz (Pfarrer und Fitnessmuffel),
  • Josef Bitzer (leidet an Multipler Sklerose),
  • Damian Kallabis (deutscher Rekordhalter im 3000 m Crosslauf und Europa- und Weltcupsieger 1998).

Reinhilde Fink, Fitnessclubbesitzerin berichtet von ihrer Philosophie: Geistige Fitness statt dicke Oberarme, darauf kommt es in einem modernen Fitnessclub an. Dass körperliche Fitness sich auf die geistige Fitness auswirkt, das hat der Fitnesspapst Strunz, von dem zum Einstieg ein Videoausschnitt gezeigt wird, bewiesen.

Fitnessmuffel Markus Schanz ist zu träge, um Sport zu betreiben. Er könnte - aber er will nicht und das sagt er ganz offen. Er steht zu seinen rund 10 Kilo Übergewicht. Seine Lebensbasis ist der christliche Glaube. Er weiß, dass er auch ohne einen Körper wie Arni (Schwarzenegger) geliebt wird. In seinem Alltag begegnet er immer wieder Menschen, die sich hässlich und unwohl, ungeliebt fühlen. Sich und seinen Körper zu akzeptieren und in Ehrfurcht damit umzugehen, das ist ihm wichtig. (Mittlerweile fährt er viel Rad und geht einmal die Woche in den Fitnessclub von Reinhilde Fink.)

Josef Bitzer ist an multipler Sklerose (MS), einer unheilbaren Krankheit, die das Nervensystem zerstört, erkrankt. Er erzählt, wie gerne er ins Fitnessstudio gehen und Geld für neue Turnschuhe ausgeben würde. Wie viel er darum geben würde, mit seinen Kindern Fußball spielen zu können. Es fällt ihm schwer, seine Krankheit zu akzeptieren: sie schreitet fort, der Körper stirbt, der Kopf bleibt da. Medikamente können die Krankheit allenfalls verzögern.

Silke Umbrecht, Kosmetikstudio–Betreiberin sagt „Jeder hat seine eigene Schönheit. Und wer sich schön findet, ist zufrieden. Wer zufrieden ist, strahlt „das gewisse Etwas“ aus, das ihn in den Augen der anderen als „schön“ erscheinen lässt.“ Diese Schönheit zu unterstreichen, darin sieht sie ihre Aufgabe.

Damian Kallabis, ehemaliger Europa- und Weltcupsieger läuft 130-140 km in der Woche. Laufen kann Stress abbauen und das persönliche Wohlbefinden steigern. Der Aufwand, den er betreibt, ist allerdings nicht mehr gesund. Das Problem, gegen das er anläuft, beschreibt er mit der Sportlerweisheit: „Second place, first looser.“ Bei seinen täglichen Waldläufen hat er Zeit über alles Mögliche nachzudenken. Sowohl über die guten als auch die schlechten Zeiten seines Lebens...

„Körperliche und geistige Fitness bedingen sich gegenseitig. Fitness kann der Zufriedenheit dienen. Und ob jemand mit sich, seiner Leistung und seinem Aussehen zufrieden ist, das wird letztendlich im Kopf entschieden.“ – mit diesen Worten beschließt die Moderatorin die Talkrunde und bedankt sich bei den ca. 100 Gästen für das gespannte und aufmerksame Zuhören.

Passend zum Thema war Werner Linder mit seiner Cocktailbar „Shake it – Cocktails ganz ohne Alkohol“ (Kontaktadresse: werner.lindner@nexgo.de) eingeladen.

Ute Grommes, EJWSulz@t-online.de, Jugendreferentin, Sulz