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PraiseNight (Stefan Mergenthaler, 1999)

aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen

Ein Lobpreisabend mitten in den Sommerferien? Ist da überhaupt jemand zu Hause? Wie kommt das wohl an? Warum nicht einfach mal ausprobieren?


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Inhaltsverzeichnis


Die Idee

Frühjahr 1999 – Fünf junge Leute, die gern zusammen Musik machen haben beschlossen eine Band zu gründen. Die ersten Proben haben wir hinter uns und auch die ersten kleineren Auftritte. Für Gott Musik zu machen und andere in unsere Begeisterung mitzunehmen macht uns Spaß. Wir sind motiviert und wollen auch mal was Neues ausprobieren. Und so kommt die Idee auf einen Lobpreisabend zu veranstalten. Als Veranstalter fragen wir das Evangelische Bezirksjugendwerk in unserem Bezirk (Dekanat Besigheim) an. Die Jugendreferenten unterstützen unsere Idee, lassen uns aber freie Hand bei der Planung und der Durchführung des Abends.

Das Konzept

Sommerferienzeit heißt bei uns im Bezirk, dass eine Freizeit nach der anderen stattfindet. Deshalb trifft man in diesen sechs Wochen kaum einen der Mitarbeiter, die auf den Freizeiten dabei sind. Aus diesem Grund soll unser Lobpreisabend an dem einzigen Wochenende der Sommerferien stattfinden, an dem keine Freizeit ist. So kann der Abend zu einem Treffpunkt der Mitarbeiter des Bezirks werden. Die einen haben viel erlebt und können schon die neuesten Neuigkeiten erzählen, die anderen stecken noch in den letzten Vorbereitungen und sind voller Erwartungen. Es gibt also viel Grund Gott zu danken für alles was bereits war und ihn zu bitten für das, was noch vor uns liegt.

Außerdem gibt es in den Sommerferien wenig andere Veranstaltungen, die zeitgleich stattfinden, ein Grund mehr, diesen Termin zu wählen.

Der Abend soll anderthalb bis zwei Stunden lang dauern. Wir stellen eine Mischung aus bereits bekannten Lobpreisklassikern und neuen Worship-Songs zusammen. (Verhältnis: 2:1) Dazwischen wollen wir drei Gebetsphasen haben, wo wir in kleinen Gebetsgruppen vor Gott kommen und ihm alles bringen können, was uns beschäftigt. Zu Dank, Bitte und Fürbitte stellen wir Gebetsanliegen vor, die ins Gebet aufgenommen werden können. Darüber hinaus wollen wir in einem kurzen Impuls das Wort Gottes in den Mittelpunkt stellen.

Wir wollen bewusst ein Opfer erbitten, mit dem wir einen missionarischen Zweck unterstützen. Im Bezirk gibt es Mitarbeiter, die selbst bei solchen missionarischen Organisationen mitarbeiten und diesen gegen Ende des Abends kurz vorstellen. So bekommen die Menschen einen Bezug für das, wofür sie opfern und sie können sicher sein eine gute Sache direkt zu unterstützen.

Nach den zwei Stunden Lobpreis bieten wir den Gästen die Möglichkeit, noch da zu bleiben, zu reden, zu erzählen. Dazu stellen wir Getränke und Knabbereien hin, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen.

Wir nennen unseren Lobpreisabend „PraiseNight“ und machen dafür Werbung in den regionalen Zeitungen (die in den Sommerferien auch viel Platz für solche Veranstaltungen haben), im Rundbrief des Bezirksjugendwerks und lassen die „PraiseNight“ von den Pfarrern im Bezirk abkündigen.

Unser Wunsch ist, dass an diesem Abend junge und ältere Menschen zusammen Gott begegnen und ihn erleben können.

Der erste Versuch

In einer Scheune bauen wir uns aus Paletten eine Bühne und stellen ein paar Bierbänke auf. Wir haben keine Erwartungen und sind deshalb überrascht, dass die Bänke schnell alle belegt sind. Mit über sechzig Leuten ist die Scheune gerammelt voll. Erfreulich ist, dass wirklich die unterschiedlichsten Leute kommen: Junge, Ältere, Familien, Ehepaare und auch Leute, die man in der Kirche noch nie gesehen hat. Die Lieder projizieren wir mit einem Tageslichtprojektor an ein Leintuch, das neben unserem selbstzusammengehämmerten Kreuz hängt. Musikalisch sind wir wirklich nicht gut (was wohl auch mit an einer gerissenen Saite gelegen hat), aber die Leute lassen sich nicht beirren und singen lauthals mit. Die erste „PraiseNight“ ist ein voller Erfolg.

Es muss weitergeh’n…

Natürlich freuen wir uns über die Fragen, wann denn die nächste „PraiseNight“ stattfindet. Im nächsten Jahr hat sich dann schon Einiges verändert. Musikalisch haben wir uns deutlich verbessert, unsere Arrangements sind anspruchsvoller und wir werden von einem 4-köpfigen Singteam, sowie einer Geige, einer Panflöte und einem Percussionisten unterstützt. Die Liedtexte werden nun per Computerpräsentation an die Leinwand „gebeamt“. Wir haben ein neues Kreuz, das mit vielen Kerzen bestückt ist und so Atmosphäre schafft. Die Tageslosung ist das Motto des Abends, zu dem wir nun auch ein Anspiel zeigen. Außerdem haben wir darauf reagiert, dass sich im Vorjahr einige Anwohner über den lautstarken Gesang beschwert haben und sind deshalb in eine Kapelle auf einem Berg ausgewichen. In diesem Jahr kommen bereits über 100 Personen zur „PraiseNight“.

Und jetzt?

Mittlerweile haben wir die „PraiseNight“ mehr als sieben Mal veranstaltet. Im Veranstaltungskalender des Bezirksjugendwerks hat sie sich längst etabliert. Die Zahlen der Gäste und des Opfers steigen weiter. Die einzelnen Elemente des Gottesdienstes variieren. Jedes Mal wird etwas Neues ausprobiert: Eine Kurzpredigt, eine Bildmeditation, eine Sprechmotette oder auch mal die Möglichkeit, dass einzelne Besucher von einem konkreten Erlebnis mit Gott erzählen. Den größten Teil der zeit nimmt aber nach wie vor die Musik ein. Gebetslieder, Anbetungslieder, Vergebungslieder. So wurde die PraiseNight auch zu einer Plattform, bei der neue Lieder eingeführt werden konnten, die man danach in den örtlichen Jugendgottesdiensten wieder aufgreift. Der Termin in den Sommerferien hat sich als absolut konkurrenzlos erwiesen. Außerdem findet die „PraiseNight“ jedes Jahr in einem anderen kleinen Dorf im Bezirk statt. Damit geben wir den örtlichen Kirchengemeinden die Chance, auch einmal eine Bezirksveranstaltung in ihrem Ort zu haben. Und dazu brauchen sie uns nur ihre Kirche zur Verfügung zu stellen. Alles Weitere organisieren wir selbst.

Es macht total viel Spaß, so einen Abend komplett zu organisieren und durchzuführen. Die Reaktionen lassen es nicht zu, die „PraiseNight“ nicht jedes Jahr mindestens ein Mal stattfinden zu lassen.

So versuchen wir, unseren kleinen Teil dazu beizutragen, dass die Menschen in unserem Bezirk in einer großen Gemeinschaft, aber doch auch ganz persönlich Gott loben können, dass sie ihm nahe kommen und gleichzeitig auch aus seinem Wort hören, was Gott selbst ihnen zusagen möchte. Auf diese Weise soll praktisch werden, was in Psalm 103, 1+2 so heißt:

„Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRM, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“