Persönliche Werkzeuge


Vorturner und Tanzmuffel (Peter Rostan)

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GIBT ES EINEN „GUT-CHRISTLICHEN“ LEBENSSTIL? FRAGT PETER ROSTAN IN DER 13. FOLGE VON „ARGUMENTE FÜR DEN GLAUBEN“


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„Das Bein, das sich zum Tanze regt, wird im Himmel abgesägt“. Mit schnarrendem Ritsche-ratsche auf der Gitarrensaite spottete noch vor wenigen Jahren das Gesangsduo Nimmzwei über allzu prüde Christenmenschen.

Der Streit ums Tanzen hat sich inzwischen längst geglättet. Schließlich finden sich in der Bibel nicht nur Passagen wie der gottlose Reigen ums Goldene Kalb (2.Mo 32) oder die mordlüsterne Tanzperformance der Stieftochter von Herodes (Mt 14,6). Wenn selbst der fromme König David vor der Bundeslade einen Freudentanz aufführt (2.Sam 6,5), scheint das Tanzen nicht von vornherein verwerflich zu sein.

Also: Polonäsen und israelische Volkstänze beim Gemeindefest sind erlaubt, denkbar ist auch der artige Walzer oder der steife Foxtrott aus der Tanzschule – aber bloß die Finger (bzw. Beine) weg vom verträumten Stehblues oder vom figurbetonten Salsa. So in etwa der aktuelle Stand der frommen Szene...

DIE HIMMLISCHE LISTE DER „DO“ UND „DON´T DO“

Na ja, man könnte darüber schmunzeln. Aber letztlich geht’s bei Diskussionen ums Tanzen oder ums Rauchen, um den Alkohol und den Musikkonsum um eine sehr weitreichende Grundsatzdebatte: Gibt es so etwas wie einen „christlichen“ Lebensstil? Gibt es eine himmlische Liste mit „Do“ und „Don’t do“? Und sollten wir diese kennen? Gibt es ein christliches Outfit, einen christlichen Musikgeschmack, christliche Urlaubsziele und christliche ....?

Nein! Bloß das nicht! Schon Paulus wurde scharf im Ton, wenn einzelne Gemeinden mit solch scheinbar klaren Regeln anfingen: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und laßt euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Galater 5,1). Wer sich an Jesus Christus bindet, braucht sich nicht von einem gesetzlichen Regelwerk fesseln lassen. Es gibt keinen christlichen Lifestyle, keine fromme Norm, in die wir uns pressen lassen müssten. Der Glaube an Jesus Christus ist eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott, nicht ein Katalog der Vorschriften.

BEREIT SEIN FÜR KLARE ETHISCHE ENTSCHEIDUNGEN

Und doch setzt gerade diese vertrauensvolle Beziehung zu Jesus eine typisch christliche Ethik frei, sie macht uns sensibel für Gottes Absichten. Dazu einige Beispiele:

  • Wer für sich entdeckt, wie viel Wert und Würde Gott ihm zugemessen hat, der geht mit sich selbst vorsichtiger um. Er betreibt keinen Raubbau an der eigenen Gesundheit. Das kann Auswirkungen auf die Lautstärke meines Musikkonsums haben…
  • Wer einmal die Lebensqualität einer Beziehung erfahren hat, die von Treue geprägt ist, der spürt schnell, wann ein Tanz mit einem anderen Partner verletzend wirken kann.
  • Wer mit dem souveränen Gott in Verbindung steht, der ist auch souverän und frei gegenüber dem sozialem Druck der Clique. Es gibt genügend Partys, wo man sich anschließend fragen muss, weshalb man da schon wieder mitgemacht hat.
  • Wer durch seinen Glauben an Jesus Christus eine gefestigte Persönlichkeit ist, der muss sich nicht ständig in Szene setzen. Manches, was auf der Tanzfläche geschieht, grenzt an unkeusche Selbstdarstellung. Das haben wir nicht nötig.

So viel ist klar: Hier wird kein frommes Regelwerk justiert. Das wäre zu leicht. Hier wird aber auch nicht das Kind mit dem Bade ausgegossen und jede Form christlicher Ethik ad acta gelegt. Das wäre zu flach. Wer sein Leben von Jesus Christus prägen lassen will, der muss bereit für ethische Entscheidungen sein. Und die stehen oft schon in scheinbar trivialen Alltagssituationen an. Es bleibt spannend – und manchmal auch spannungsreich!