Wie können sich junge Erwachsene im Glauben und Leben gut entwickeln (Prof. Dr. Siegfried Zimmer, 2007)
aus 18plus, alles für die Arbeit mit jungen Erwachsenen
Zusammenfassung und Predigt-Download zum Hauptreferat beim 18plus-Kongress in Berlin am Samstag, den 3.3. um 10.00 - 11.00 Uhr.
Predigt-Download: media:Vortrag Zimmer.mp3
| Wie können junge Erwachsene sich im Glauben und Leben gut entwickeln? | |
|---|---|
| Autor | Prof. Dr. Siegfried Zimmer |
| Erscheinungsdatum | |
| Publikation | 18plusKongress2007 |
| Kategorien | |
Lizenzbestimmungen: Alle Rechte vorbehalten.
Inhaltsverzeichnis |
Der Versuch einer geistlichen – die Beziehung zwischen Mensch und Gott betreffend - Klärung.
Drei - sich gegenseitig ergänzende - entscheidende Erfahrungsbereiche (Grundphänomene) von Menschen im Leben wie im Glauben:
Erfahrungs der Daseins-Interesse.
Im Unterschied zwischen „langweilig“ und „interessant“ kommen wir dem Leben auf die Spur.
Das Phänomen „Langeweile“ gibt es nur beim Menschen. Der Mensch will nicht, dass es langweilig ist.
Langeweile ist ein Gefühl der Leere, der Traurigkeit. Der Mensch ist von Grund auf der Lauer auf etwas, was ihn begeistert, fasziniert. Die Erfahrung des Interessanten geht einem nahe, ist eine Intimerfahrung.
Warum ist die Erfahrung des Interessanten so wichtig? Weil die Welt an sich spannend (spannungsvoll: gerecht-ungerecht; vernünftig-unvernünftig) und interessant ist. Faszination ist die Steigerung von Interessantem.
Was ist das Interessante am Interessanten? Bsp.: Bergsteiger kurz vor dem Gipfel am Kilimandscharo; Meeresbiologe beim Betrachten eines Wasserflohs; Liebespaar voneinander fasziniert, … . a) Ich fühle mich von etwas angezogen. (Schwabe: „Ich bin hin und futsch.“) Ich bin erregt, verliere die Distanz. b) Was mich anzieht, entzieht sich aber auch gleichzeitig. Mit zunehmender Nähe wird es mir fremder (Bsp.: Partnerschaft, Glaube/ Gott). Eine Beziehung bleibt lebendig, spannend dadurch, dass der andere mir bei zunehmender Nähe fremder wird. Dies ist in jeder Beziehung so. Bei Gott ebenso.
Wenn das Faszinierende gewöhnlich wird, dann wird es langweilig. Der Alltag braucht das Besondere. Aber aufpassen: Nicht davon süchtig werden. Es ist mir nicht verfügbar.
Das Gefühl ist das Wichtigste. In jedem Denken und Willen steckt das Gefühl.
Es gibt nichts auf der Welt, was man ausschließen kann. Woher kommt das? Weil alles geschaffen ist. Weil der Schöpfer da drin ist. Faszinationen sind Streicheleinheiten Gottes.
„Kadoschim“ (Heilige, Faszinierende) – so haben sich die ersten Christen selbst genannt. Von Jesus Faszinierte. Wir müssen die Erfahrung der Faszination zurück gewinnen.
Fördern wir, schaffen wir einen Mutterboden für das Phänomen des Faszinierenden? Gott ist das Gegenteil vom Langweiligen. Gott ist das Abenteuer aller Abenteuer. Da brauchen wir keine „Pass-auf-Frömmigkeit“. Das Leben/ der Glaube sind ein Abenteuer.
Erfahrung der Daseins-Gewißheit
Du bist wichtig, weil du einfach da bist. Wie wichtig, wie willkommen ihr in der Welt seid, erfahrt ihr nur in den Augen der Anderen. Das kann man sich nicht selber sagen. Das ist besonders wichtig am Anfang des Lebens. Später geht es im Leben nach Leistung, werden wir ständig taxiert. Auf dem Berufsmarkt, auf dem Liebesmarkt, … - dort müssen wir uns beweisen.
Eine zentrale Frage für den CVJM wird dies sein: Können wir die Daseinsgewissheit ausstrahlen, die Menschen trägt – unabhängig von Leistung? Dass die Menschen incl. suns erfahren , dass wir in den Augen Gottes wiedergespiegelt bekommen, dass wir willkommen auf dieser Erde sind (Gottes Aufmerksamkeit).
Erfahrung der Daseins-Gestaltung
Dein Leben ist eine Aufgabe. Du musst das Stier bei den Hörnern nehmen. Nimm die Herausforderungen an!
Der 1. und 2. Punkt ohne den 3. führen in den Narzissmus.
Gerechtigkeit in der Bibel heißt: Setze dich dafür ein, dass es zu einer blühenden Gemeinschaft kommt. Gerechtigkeit ist nicht unparteiisch ohne Ansehen der Person (Justitia). Sondern genau das Gegenteil. Im Ansehen der Person (wie geht es ihm? Von was ist er fasziniert? Woran leidet er?) ergreifen wir Partei für den einzelnen Menschen.
Integrieren, nicht ausgrenzen – hören wir auf mit der dummen Polemik, dem Schwarz-Weiß-Denken. Das Ziel der Gerechtigkeit ist „Shalom“ – Bedürfnisse sehen, ernst nehmen und helfen. Maß ist „wie ich trösten kann“.
Der CVJM darf keine Clique sein, sondern muss eine Weltsicht haben. Die größte Gefahr im Jungen-Erwachsenen-Alter ist der eigene Tellerrand. Auch Bauchlandungen, Niederlagen müssen. Sind sie fehlerfreundlich. Trägheit, Bequemlichkeit und Ängstlichkeit sind die größten Feinde der Lebensgestaltung.
Exzerpt/ Mitschrift: Michael Götz
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